CED-Sprechstunde in Bern: Morbus Crohn und Colitis ulcerosa
In der spezialisierten CED-Sprechstunde bei Vivomed betreuen wir Patientinnen und Patienten mit Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und anderen chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Ziel der Behandlung ist eine langfristige Kontrolle der Entzündung, die Vermeidung von Komplikationen und eine möglichst gute Lebensqualität.
Wir verbinden persönliche fachärztliche Betreuung mit Labor- und Stuhldiagnostik, Ultraschall, Endoskopie sowie modernen medikamentösen Behandlungen einschliesslich Biologika und anderer zielgerichteter Therapien.
Termin in der CED-Sprechstunde 031 333 32 36
Direkt zu:Für wen ist die CED-Sprechstunde geeignet?
Die Sprechstunde richtet sich an Menschen mit einer bekannten oder vermuteten chronisch-entzündlichen Darmerkrankung. Eine Vorstellung kann insbesondere sinnvoll sein bei:
- neu diagnostiziertem Morbus Crohn oder neu diagnostizierter Colitis ulcerosa
- Verdacht auf eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung
- anhaltendem Durchfall, Blut im Stuhl oder wiederkehrenden Bauchschmerzen
- erneut auftretenden Beschwerden trotz laufender Behandlung
- unzureichender Wirkung oder Nebenwirkungen einer Therapie
- Fragen zu Biologika oder anderen zielgerichteten Medikamenten
- Fisteln, Abszessen oder Engstellen bei Morbus Crohn
- Kinderwunsch, Schwangerschaft oder Stillzeit bei CED
- Wunsch nach einer fachärztlichen Zweitmeinung
Was sind chronisch-entzündliche Darmerkrankungen?
Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, kurz CED, sind durch eine anhaltende oder wiederkehrende Entzündung des Verdauungstrakts gekennzeichnet. Die beiden häufigsten Formen sind Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.
Morbus Crohn kann grundsätzlich jeden Abschnitt des Verdauungstrakts vom Mund bis zum After und alle Schichten der Darmwand betreffen. Mögliche Komplikationen sind Engstellen, Fisteln oder Abszesse.
Colitis ulcerosa ist auf den Dickdarm begrenzt und beginnt typischerweise im Enddarm. Häufige Beschwerden sind blutige Durchfälle, ausgeprägter Stuhldrang und Bauchkrämpfe.
Beschwerden und Entzündungsaktivität stimmen nicht immer zuverlässig überein. Deshalb sind neben dem persönlichen Befinden auch objektive Verlaufskontrollen wichtig.
Diagnostik und Verlaufskontrolle bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa
Die Diagnose einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung beruht auf einer Kombination aus Beschwerden, Laborwerten, Stuhluntersuchungen, Endoskopie, Histologie und bildgebenden Verfahren. Es gibt keinen einzelnen Test, der Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa in jeder Situation sicher bestätigen oder ausschliessen kann.
Diagnostische Untersuchungen
Je nach Fragestellung können folgende Untersuchungen eingesetzt werden:
- Blutbild, Entzündungswerte sowie Leber- und Nierenwerte
- Eisen-, Vitamin- und Ernährungsstatus
- fäkales Calprotectin zur Beurteilung der Darmentzündung
- Stuhluntersuchungen zum Ausschluss von Infektionen
- Ileokoloskopie mit gezielten Gewebeproben
- Gastroskopie bei entsprechender Fragestellung
- Ultraschall des Darms und der Bauchorgane
- MR-Enterographie in Zusammenarbeit mit der Radiologie
- Beurteilung perianaler Fisteln und Abszesse
Welche Untersuchungen tatsächlich notwendig sind, hängt von der Krankheitsform, den Beschwerden, dem bisherigen Verlauf und der aktuellen Behandlung ab.
Behandlung nach objektiven Therapiezielen
Eine zeitgemässe CED-Behandlung orientiert sich nicht ausschliesslich an den Beschwerden. Ziel ist auch die objektive Kontrolle der Entzündung, damit bleibende Darmschäden und Komplikationen möglichst verhindert werden.
Im Verlauf kontrollieren wir abhängig von der Situation:
- Beschwerden und Lebensqualität
- fäkales Calprotectin und Entzündungswerte
- Blutbild, Eisen- und Vitaminstatus
- Wirkung und mögliche Nebenwirkungen der Behandlung
- endoskopische oder sonographische Entzündungsaktivität
- Gewicht und Ernährungszustand
- Knochengesundheit bei erhöhtem Risiko
- Impfstatus und Infektionsrisiken
- erforderliche Darmkrebsvorsorge
Die Kontrollintervalle werden individuell festgelegt. Nach einem Therapiewechsel oder während eines Schubs sind meist engmaschigere Kontrollen notwendig als bei einer stabilen Remission.
Wann ist eine dringende Beurteilung notwendig?
Bitte kontaktieren Sie uns zeitnah bei deutlich zunehmenden Beschwerden, häufigen blutigen Durchfällen, Fieber, anhaltendem Erbrechen, ausgeprägter Schwäche oder neu aufgetretenen perianalen Schmerzen.
Bei starken Bauchschmerzen, Kreislaufproblemen, grösseren Blutungen oder dem Verdacht auf einen Darmverschluss wenden Sie sich bitte direkt an eine Notfallstation.
Individuelle Behandlung von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa
Die Therapie richtet sich nach Art, Ausdehnung und Aktivität der Erkrankung, nach bisherigen Behandlungen, möglichen Komplikationen, Begleiterkrankungen und den persönlichen Lebensumständen. Ziel ist eine gemeinsame und nachvollziehbare Behandlungsentscheidung.
Konventionelle Behandlung
Je nach Erkrankung und Schweregrad können lokal oder systemisch wirkende Medikamente eingesetzt werden. Kortikosteroide können zur Behandlung eines akuten Schubs notwendig sein, sind aber grundsätzlich nicht als langfristige Erhaltungstherapie vorgesehen.
Biologika und zielgerichtete Therapien
Bei mittelschweren bis schweren Verläufen oder unzureichender Wirkung konventioneller Medikamente stehen moderne Biologika und andere zielgerichtete Wirkstoffe zur Verfügung. Diese können als Infusion, Injektion oder Tablette verabreicht werden.
Vor Therapiebeginn prüfen wir mögliche Gegenanzeigen, Impfstatus und Infektionsrisiken. Während der Behandlung erfolgen regelmässige klinische und laborchemische Kontrollen.
Biologika und moderne Medikamente bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa
Bei mittelschweren bis schweren chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen stehen zahlreiche moderne Behandlungsoptionen zur Verfügung.
Erfahren Sie mehr über Anti-TNF-Therapien, Vedolizumab, IL-23-Inhibitoren, JAK-Inhibitoren und S1P-Rezeptormodulatoren sowie die ambulante Infusionsbehandlung bei Vivomed Bern.
Alle Biologika und Small Molecules bei CED im Überblick
Ernährung und Mangelzustände
Eine allgemeingültige CED-Diät gibt es nicht. Ernährungsempfehlungen müssen an Krankheitsaktivität, Darmbefall, mögliche Engstellen und individuelle Unverträglichkeiten angepasst werden. Eisen-, Vitamin- und andere Mangelzustände werden gezielt behandelt.
Interdisziplinäre Behandlung
Bei komplexen Verläufen koordinieren wir die Zusammenarbeit mit Viszeralchirurgie, Radiologie und weiteren Fachgebieten. Dies betrifft beispielsweise Fisteln, Abszesse, ausgeprägte Engstellen, Beschwerden ausserhalb des Darms oder eine mögliche operative Behandlung.
Beschwerden ausserhalb des Darms
Morbus Crohn und Colitis ulcerosa können auch andere Organe betreffen. Mögliche extraintestinale Manifestationen sind:
- Gelenkschmerzen oder Gelenkentzündungen
- Hautveränderungen
- Augenentzündungen
- Leber- und Gallenwegserkrankungen
- Thrombosen bei aktiver Erkrankung
- verminderte Knochendichte
Solche Beschwerden sollten bei der Verlaufskontrolle ausdrücklich angesprochen werden.
Alltag, Reisen und Familienplanung
Eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung kann Beruf, Reisen, Ernährung, Partnerschaft und Familienplanung beeinflussen. Diese Themen gehören ebenfalls in die CED-Sprechstunde.
Wir beraten unter anderem zu:
- Impfungen unter immunsuppressiver Behandlung
- Infektionsschutz und Reisen
- Kinderwunsch, Schwangerschaft und Stillzeit
- Sport und körperlicher Aktivität
- Ernährung und Mangelzuständen
- psychischer Belastung und krankheitsbedingtem Stress
- Arbeitsfähigkeit und Alltag während eines Schubs
CED-Betreuung bei Vivomed in Bern
Bei Vivomed erhalten Patientinnen und Patienten mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa eine persönliche fachärztliche Langzeitbetreuung. Sprechstunde, Labor, Ultraschall, Endoskopie und Infusionsbehandlungen können eng aufeinander abgestimmt werden.
- persönliche fachärztliche Betreuung
- kurze Wege zwischen Sprechstunde, Diagnostik und Behandlung
- moderne Therapien einschliesslich Biologika
- Infusionsbehandlungen in der Praxis
- strukturierte Kontrolle von Krankheitsaktivität und Nebenwirkungen
- verständliche gemeinsame Therapieentscheidungen
- interdisziplinäre Zusammenarbeit bei komplexen Verläufen
- zentrale Lage am Waisenhausplatz in Bern
Häufige Fragen zur CED-Sprechstunde
Was ist der Unterschied zwischen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa?
Morbus Crohn kann den gesamten Verdauungstrakt und alle Schichten der Darmwand betreffen. Colitis ulcerosa ist auf den Dickdarm begrenzt und betrifft vor allem die Darmschleimhaut.
Kann man Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa heilen?
CED sind chronische Erkrankungen. Sie lassen sich derzeit in der Regel nicht medikamentös heilen, aber häufig gut kontrollieren. Ziel sind eine langfristige Remission, die Vermeidung von Komplikationen und eine gute Lebensqualität.
Warum wird fäkales Calprotectin bestimmt?
Calprotectin ist ein Entzündungsmarker im Stuhl. Er hilft, die Entzündungsaktivität im Darm einzuschätzen und den Verlauf zu kontrollieren. Der Wert wird zusammen mit den Beschwerden und anderen Befunden beurteilt.
Werden bei Vivomed auch Biologika eingesetzt?
Ja. Bei entsprechender Indikation behandeln wir Morbus Crohn und Colitis ulcerosa mit Biologika und anderen zielgerichteten Medikamenten. Auswahl und Verlaufskontrollen erfolgen individuell.
Wie häufig sind Verlaufskontrollen notwendig?
Das hängt von Krankheitsaktivität, Behandlung und bisherigem Verlauf ab. Nach einem Therapiewechsel oder während eines Schubs sind häufigere Kontrollen notwendig als bei einer stabilen Remission.
Brauche ich regelmässige Darmspiegelungen?
Nicht bei jeder Kontrolle. Endoskopien werden zur Diagnosestellung, zur Beurteilung des Therapieerfolgs und bei langjährigem Dickdarmbefall zur Darmkrebsvorsorge eingesetzt. Das Intervall wird individuell festgelegt.