Funktionsdiagnostik von Achalasie und Motilitätsstörungen der Speiseröhre

Hochauflösende Druckmessung der Speiseröhre zur Diagnostik von Schluckstörungen, Achalasie und Ösophagusmotilitätsstörungen – bei Vivomed, Ihrer spezialisierten gastroenterologischen Praxis in Bern.

Haben Sie das Gefühl, dass Speisen beim Schlucken stecken bleiben? Leiden Sie unter wiederkehrenden Schluckbeschwerden, Druck hinter dem Brustbein oder dem Rückfluss unverdauter Nahrung? Solche Beschwerden können durch eine gestörte Beweglichkeit der Speiseröhre verursacht werden.

Die High-Resolution-Ösophagusmanometrie (HRM oder HREM) ist ein spezialisiertes Untersuchungsverfahren, mit dem die Druckverhältnisse und Bewegungsabläufe der Speiseröhre präzise gemessen werden können.

Bei Vivomed – Gastroenterologie Bern setzen wir die hochauflösende Manometrie insbesondere zur Abklärung von Schluckstörungen (Dysphagie), Achalasie, Speiseröhrenkrämpfen und anderen Ösophagusmotilitätsstörungen ein.

Die Untersuchung ist ausserdem ein wichtiger Bestandteil der funktionellen Beurteilung vor ausgewählten operativen oder endoskopischen Antirefluxbehandlungen.

Über einen dünnen Messkatheter, der durch die Nase eingeführt wird, erfassen zahlreiche Drucksensoren die Muskelaktivität der Speiseröhre während definierter Schluckvorgänge.

Die Messergebnisse werden als hochauflösende farbkodierte Druckdarstellungen visualisiert und anhand der international anerkannten Chicago-Klassifikation Version 4.0 beurteilt.

Unser Ziel ist die gezielte Erkennung von Funktionsstörungen, die bei einer gewöhnlichen Magenspiegelung nicht immer sichtbar sind, um eine individuell geeignete Behandlung zu ermöglichen.

Was ist eine Ösophagusmanometrie?

Die Ösophagusmanometrie ist eine Funktionsuntersuchung der Speiseröhre. Sie misst, wie die Speiseröhrenmuskulatur während des Schluckens arbeitet und wie sich die Schliessmuskeln am oberen und unteren Ende der Speiseröhre verhalten.

Beim normalen Schluckvorgang wird die Nahrung durch koordinierte Muskelkontraktionen vom Rachen in Richtung Magen transportiert. Gleichzeitig muss sich der untere Speiseröhrenschliessmuskel ausreichend entspannen, damit die Nahrung in den Magen gelangen kann.

Ist diese Zusammenarbeit gestört, können Schluckbeschwerden, Regurgitation oder retrosternale Schmerzen entstehen.

Die Manometrie hilft, solche Veränderungen objektiv zu erkennen und voneinander zu unterscheiden.

Wie funktioniert die hochauflösende Manometrie?

Bei der High-Resolution-Manometrie wird ein dünner flexibler Katheter mit zahlreichen eng angeordneten Drucksensoren durch die Nase bis in den Magen eingeführt.

Während Sie kleine Mengen Wasser schlucken, misst das System die Druckentwicklung entlang der Speiseröhre.

Die Ergebnisse werden als sogenannte Drucktopographie dargestellt. Dadurch lassen sich Bewegungsmuster, Druckanstiege und Entspannungsstörungen detailliert beurteilen.

Die Untersuchung erfasst insbesondere:

  • Peristaltik: Koordinierte Muskelbewegungen zum Transport der Nahrung.
  • Oberer Ösophagussphinkter: Druckverhältnisse am Übergang zwischen Rachen und Speiseröhre.
  • Unterer Ösophagussphinkter: Ruhe- und Entspannungsverhalten am Übergang zum Magen.
  • Ösophagogastraler Übergang (EGJ): Funktionelle Passage zwischen Speiseröhre und Magen.
  • Schluckkoordination: Zeitliche und räumliche Abfolge der Kontraktionen.

Welche Vorteile bietet die High-Resolution-Ösophagusmanometrie?

  • Präzise Funktionsdiagnostik: Hochauflösende Messung der Druckverhältnisse in der Speiseröhre.
  • Diagnostik der Achalasie: Differenzierung verschiedener Achalasieformen.
  • Erkennung von Motilitätsstörungen: Beispielsweise distaler Ösophagusspasmus oder ineffektive Motilität.
  • Ergänzung zur Gastroskopie: Untersuchung von Funktionsstörungen trotz möglicherweise unauffälliger Schleimhaut.
  • Standardisierte Befundinterpretation: Orientierung an der Chicago-Klassifikation Version 4.0.
  • Therapieplanung: Unterstützung vor ausgewählten Eingriffen an der Speiseröhre.
  • Ambulante Durchführung: In der Regel ohne Narkose und ohne Gewebeentnahme.

Die Untersuchung wird gezielt eingesetzt und ersetzt nicht die Abklärung möglicher anatomischer oder entzündlicher Ursachen von Schluckbeschwerden.

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Wann ist eine Ösophagusmanometrie sinnvoll?

Eine hochauflösende Ösophagusmanometrie wird insbesondere bei Beschwerden eingesetzt, die auf eine Funktionsstörung der Speiseröhre hinweisen.

Schluckstörungen (Dysphagie)

Bei einer Dysphagie besteht das Gefühl, dass feste Speisen oder Flüssigkeiten nicht normal durch die Speiseröhre transportiert werden.

Manche Patienten berichten, dass Nahrung hinter dem Brustbein stecken bleibt oder nur langsam in den Magen gelangt.

Wenn bei einer Gastroskopie keine ausreichende mechanische oder entzündliche Erklärung gefunden wird, kann eine Ösophagusmanometrie eine relevante Motilitätsstörung aufdecken.

Verdacht auf Achalasie

Die Achalasie ist eine seltene Erkrankung, bei der sich der untere Ösophagussphinkter beim Schlucken nicht ausreichend entspannt und die normale Peristaltik der Speiseröhre fehlt.

Typische Beschwerden sind zunehmende Schluckstörungen, der Rückfluss unverdauter Nahrung, Brustschmerzen und gelegentlich Gewichtsverlust.

Die hochauflösende Ösophagusmanometrie gilt als zentrale Untersuchung zur Diagnose und Klassifikation der Achalasie.

Schmerzen hinter dem Brustbein ohne ausreichende strukturelle Erklärung

Bestimmte Motilitätsstörungen können krampfartige oder drückende retrosternale Beschwerden verursachen.

Nach angemessener Abklärung insbesondere möglicher kardialer Ursachen und struktureller Erkrankungen kann eine Manometrie helfen, eine ösophageale Bewegungsstörung zu erkennen.

Abklärung vor einer Refluxoperation

Vor einer Fundoplikatio oder ausgewählten endoskopischen Antirefluxverfahren kann die Manometrie wichtige Informationen über die Transportfunktion der Speiseröhre liefern.

Insbesondere sollen relevante Motilitätsstörungen wie Achalasie ausgeschlossen werden, die eine andere Behandlung erfordern.

Die Manometrie allein diagnostiziert keine Refluxkrankheit. Ein objektiver Refluxnachweis kann durch eine pH-Metrie oder kombinierte Impedanz-pH-Metrie erfolgen.

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Beschwerden nach einer Antirefluxoperation

Bei anhaltenden Schluckbeschwerden nach einer Fundoplikatio kann die Ösophagusmanometrie zur Beurteilung der Druckverhältnisse und möglicher funktioneller Passagehindernisse beitragen.

Die Interpretation nach Voroperationen erfordert besondere Erfahrung, da die veränderte Anatomie die Messwerte beeinflussen kann.

Welche Erkrankungen können mit einer High-Resolution-Manometrie diagnostiziert werden?

Achalasie – Typ I, II und III

Die Chicago-Klassifikation unterscheidet drei wichtige Achalasieformen:

  • Achalasie Typ I: Fehlende normale Peristaltik ohne relevante panösophageale Druckerhöhung.
  • Achalasie Typ II: Fehlende normale Peristaltik mit typischer panösophagealer Druckerhöhung bei einem relevanten Teil der Schluckvorgänge.
  • Achalasie Typ III: Fehlende normale Peristaltik mit vorzeitigen beziehungsweise spastischen Kontraktionen.

Die genaue Differenzierung kann die Auswahl des geeigneten Behandlungsverfahrens beeinflussen.

Ösophagogastrale Übergangsobstruktion (EGJOO)

Bei einer Esophagogastric Junction Outflow Obstruction (EGJOO) zeigen sich Hinweise auf eine erschwerte Passage am Übergang von der Speiseröhre zum Magen.

Ein entsprechendes manometrisches Muster ist jedoch nicht automatisch eine klinisch relevante Erkrankung.

Gemäss Chicago-Klassifikation 4.0 sind passende Beschwerden und bestätigende Untersuchungen, beispielsweise eine zeitgesteuerte Bariumschluckuntersuchung oder FLIP-Messung, erforderlich, bevor eine klinisch relevante EGJOO angenommen wird.

Distaler Ösophagusspasmus

Beim distalen Ösophagusspasmus treten vorzeitige, nicht ausreichend koordinierte Kontraktionen der Speiseröhre auf.

Die Beschwerden können Schluckstörungen und retrosternale Schmerzen umfassen.

Für eine klinisch relevante Diagnose müssen die Messkriterien und das passende Beschwerdebild zusammenpassen.

Hyperkontraktiler Ösophagus

Beim hyperkontraktilen Ösophagus treten ungewöhnlich kräftige Kontraktionen der Speiseröhrenmuskulatur auf.

Diese werden mithilfe spezieller Druckparameter quantifiziert.

Ein auffälliger Messwert allein rechtfertigt nicht automatisch eine invasive Behandlung. Die klinische Relevanz muss sorgfältig beurteilt werden.

Ineffektive Ösophagusmotilität (IEM)

Bei einer ineffektiven Ösophagusmotilität ist die Transportleistung der Speiseröhre durch schwache oder ausbleibende Kontraktionen vermindert.

Die Diagnose erfolgt anhand definierter Kriterien der Chicago-Klassifikation 4.0.

Das Krankheitsbild kann mit Refluxbeschwerden assoziiert sein, ist jedoch nicht mit einer Refluxkrankheit gleichzusetzen.

Fehlende Kontraktilität (Absent Contractility)

Bei fehlender Kontraktilität zeigen sich keine wirksamen Kontraktionen im Speiseröhrenkörper, während die Entspannung am Übergang zum Magen nicht die diagnostischen Kriterien einer Achalasie erfüllt.

Dieses Muster kann beispielsweise im Zusammenhang mit bestimmten systemischen Erkrankungen auftreten.

Was ist die Chicago-Klassifikation Version 4.0?

Die Chicago-Klassifikation Version 4.0 ist eine internationale Systematik zur standardisierten Beurteilung hochauflösender Ösophagusmanometrien.

Sie ermöglicht die Einteilung wichtiger Motilitätsstörungen anhand definierter Messgrössen und klinischer Kriterien.

Zu den wesentlichen Neuerungen gehören:

  • Messungen in unterschiedlichen Körperpositionen.
  • Ergänzende Schluck- und Provokationsmanöver.
  • Strengere Kriterien für die Diagnose einer ineffektiven Motilität.
  • Zurückhaltendere Interpretation einer EGJ-Outflow-Obstruktion.
  • Berücksichtigung der Beschwerden und ergänzender Untersuchungen bei unklaren Befunden.

Die Anwendung setzt eine geeignete Messqualität und die Berücksichtigung möglicher anatomischer Besonderheiten voraus.

Welche Messparameter werden bei der Ösophagusmanometrie beurteilt?

Integrated Relaxation Pressure (IRP)

Der Integrated Relaxation Pressure (IRP) ist ein zentraler Parameter zur Beurteilung der Entspannung des ösophagogastralen Übergangs während des Schluckens.

Erhöhte Werte können auf eine relevante Passagebehinderung hinweisen.

Die Grenzwerte hängen unter anderem vom verwendeten Messsystem und der Körperposition ab.

Distal Contractile Integral (DCI)

Der Distal Contractile Integral (DCI) beschreibt die Stärke, Dauer und Ausdehnung einer Kontraktion im distalen Ösophagus.

Er hilft bei der Unterscheidung schwacher, normaler und hyperkontraktiler Schluckmuster.

Distal Latency (DL)

Die Distal Latency (DL) beschreibt einen zeitlichen Parameter der ösophagealen Kontraktion.

Sie ist insbesondere zur Beurteilung vorzeitiger beziehungsweise spastischer Kontraktionsmuster relevant.

Intra-Bolus-Druck und Druckverteilung

Zusätzlich können Druckverhältnisse innerhalb des geschluckten Bolus und Muster einer möglichen Transportbehinderung beurteilt werden.

Die Ergebnisse liefern ergänzende Hinweise zur Funktion des ösophagogastralen Übergangs.

Was geschieht bei unklaren Manometriebefunden?

Nicht jeder auffällige Messwert lässt sich eindeutig einer behandlungsbedürftigen Motilitätsstörung zuordnen.

Bei bestimmten Befundkonstellationen können zusätzliche Untersuchungen sinnvoll sein:

  • Gastroskopie: Ausschluss relevanter mechanischer oder entzündlicher Ursachen.
  • Zeitgesteuerter Bariumschluck: Beurteilung der Speiseröhrenentleerung.
  • Functional Lumen Imaging Probe (FLIP): Ergänzende Untersuchung der Dehnbarkeit und Funktion des ösophagogastralen Übergangs, sofern verfügbar.
  • Refluxmessung: Ergänzende Untersuchung bei Verdacht auf gleichzeitig bestehende GERD.

Die weitere Diagnostik richtet sich nach dem Beschwerdebild und der klinischen Bedeutung des jeweiligen Befunds.

Wie wird eine diagnostizierte Achalasie behandelt?

Bei bestätigter Achalasie zielt die Behandlung darauf ab, die Passage der Nahrung in den Magen zu verbessern.

Je nach Achalasietyp, Alter, Begleiterkrankungen und anatomischen Voraussetzungen kommen unterschiedliche Verfahren infrage:

  • Pneumatische Ballondilatation: Gezielte Erweiterung des unteren Ösophagussphinkters.
  • Perorale endoskopische Myotomie (POEM): Endoskopische Durchtrennung bestimmter Muskelfasern des unteren Ösophagussphinkters.
  • Laparoskopische Heller-Myotomie: Chirurgische Behandlung, häufig kombiniert mit einer partiellen Fundoplikatio.
  • Botulinumtoxin-Injektion: Vor allem bei ausgewählten Patienten, bei denen andere Verfahren nicht infrage kommen.

Die Entscheidung wird anhand der individuellen Befundkonstellation getroffen. Insbesondere bei spastischer Achalasie Typ III können myotomiebasierte Verfahren eine wichtige Rolle spielen.

Ösophagusmanometrie und Refluxmessung – was ist der Unterschied?

Untersuchung Was wird gemessen?
High-Resolution-Ösophagusmanometrie Schluckbewegungen, Druckverhältnisse und Funktion der Speiseröhrenmuskulatur
24-Stunden-Impedanz-pH-Metrie Säurebelastung sowie saure und nicht-saure Refluxereignisse
Drahtlose Kapsel-pH-Metrie Säureexposition über mehrere Tage ohne transnasale Sonde während der Aufzeichnung
Gastroskopie Schleimhaut und anatomische Veränderungen des oberen Verdauungstrakts

Je nach Fragestellung können mehrere dieser Untersuchungen erforderlich sein.

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Wie bereite ich mich auf eine Ösophagusmanometrie vor?

Für eine zuverlässige Messung der Speiseröhrenfunktion ist eine geeignete Vorbereitung erforderlich.

Muss ich vor der Ösophagusmanometrie nüchtern sein?

Vor der Untersuchung ist normalerweise eine mehrstündige Nüchternphase erforderlich.

Häufig wird empfohlen, mindestens vier bis sechs Stunden vor der Untersuchung keine feste Nahrung mehr einzunehmen.

Bei bekannter Achalasie oder ausgeprägten Schluckstörungen kann eine längere Nüchternphase notwendig sein, da sich Speisen oder Flüssigkeiten in der Speiseröhre ansammeln können.

Die genauen Anweisungen erhalten Sie vor Ihrem Termin bei Vivomed.

Müssen Medikamente vor der Manometrie abgesetzt werden?

Bestimmte Medikamente können die Beweglichkeit und Druckverhältnisse der Speiseröhre beeinflussen.

Dazu gehören beispielsweise Opioide und verschiedene Medikamente mit Wirkung auf die glatte Muskulatur.

Ob eine Einnahmepause oder Anpassung erforderlich ist, wird individuell entschieden.

Bitte setzen Sie keine Medikamente ohne ärztliche Rücksprache ab.

Welche Befunde soll ich mitbringen?

  • Frühere Gastroskopie- und Histologieberichte.
  • Bereits durchgeführte Ösophagusmanometrien.
  • Vorhandene pH-Metrie- oder Impedanz-pH-Metrie-Berichte.
  • Berichte über frühere Operationen an Speiseröhre oder Magen.
  • Aktuelle Medikamentenliste.

Wie läuft eine High-Resolution-Ösophagusmanometrie bei Vivomed Bern ab?

1. Vorbereitung und Erläuterung der Untersuchung

Vor der Messung werden der Ablauf, die Beschwerden und die medizinische Fragestellung besprochen.

Sie erhalten eine Erklärung, wie die Schluckmanöver durchgeführt werden.

2. Einführung des Messkatheters

Ein dünner flexibler Katheter mit zahlreichen Drucksensoren wird vorsichtig durch ein Nasenloch über den Rachen in die Speiseröhre und bis in den Magen vorgeschoben.

Gegebenenfalls wird die Nase mit einem lokal betäubenden Mittel vorbereitet.

Beim Einführen können ein Druckgefühl, Tränenfluss oder ein vorübergehender Würgereiz auftreten.

3. Messungen während definierter Schluckvorgänge

Nach korrekter Positionierung des Katheters werden die Druckverhältnisse der Speiseröhre gemessen.

Sie schlucken dabei wiederholt kleine, standardisierte Wassermengen.

Zwischen den Schluckvorgängen erfolgen kurze Pausen.

4. Untersuchung in verschiedenen Körperpositionen

Die Chicago-Klassifikation Version 4.0 sieht ein erweitertes standardisiertes Untersuchungsprotokoll mit Messungen in Rückenlage und aufrechter Position vor.

Je nach Fragestellung werden entsprechende Messabschnitte und ergänzende Schluckmanöver durchgeführt.

5. Provokationsmanöver bei Bedarf

Bei ausgewählten Fragestellungen können zusätzliche Provokationstests sinnvoll sein.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Multiple Rapid Swallows (MRS): Mehrere rasch aufeinanderfolgende kleine Schlucke.
  • Rapid Drink Challenge (RDC): Zügige Aufnahme einer grösseren Flüssigkeitsmenge.
  • Ergänzende Testmahlzeiten: Bei bestimmten Fragestellungen und entsprechendem Untersuchungsprotokoll.

Solche Tests können zusätzliche Informationen zur Funktionsreserve der Speiseröhre oder zu möglichen Abflussstörungen liefern.

6. Entfernung des Katheters

Nach Abschluss der Messungen wird der Katheter vorsichtig entfernt.

Eine Sedierung oder Narkose ist für die Untersuchung normalerweise nicht erforderlich.

7. Auswertung und Befundbesprechung

Die aufgezeichneten Drucktopographien werden fachärztlich beurteilt.

Die Befundinterpretation berücksichtigt die Chicago-Klassifikation 4.0, die Qualität der Messungen und die klinischen Beschwerden.

Auf dieser Grundlage wird entschieden, ob eine Motilitätsstörung vorliegt und welche weiteren Untersuchungen oder Behandlungen sinnvoll sind.

Wie lange dauert eine Ösophagusmanometrie?

Die eigentlichen Messungen dauern häufig ungefähr 20 bis 30 Minuten.

Für Vorbereitung, Einführung des Katheters und gegebenenfalls zusätzliche Testmanöver sollten insgesamt etwa 30 bis 60 Minuten eingeplant werden.

Die genaue Dauer hängt von der Fragestellung und der individuellen Verträglichkeit ab.

Ist eine Ösophagusmanometrie schmerzhaft?

Die Untersuchung wird meist ohne Sedierung durchgeführt und ist in der Regel gut verträglich.

Das Einführen des Katheters über die Nase kann unangenehm sein und vorübergehend einen Würgereiz auslösen.

Während der Messung können Sie normal atmen. Die Sonde beeinträchtigt die Atmung normalerweise nicht.

Nach Entfernung des Katheters verschwinden die meisten vorübergehenden Beschwerden rasch.

Welche Risiken bestehen bei einer Ösophagusmanometrie?

Die Ösophagusmanometrie ist insgesamt eine risikoarme Untersuchung.

Mögliche vorübergehende Beschwerden sind:

  • Fremdkörpergefühl in Nase oder Rachen.
  • Würgereiz oder Tränenfluss beim Einführen.
  • Leichte Reizung der Nasen- oder Rachenschleimhaut.
  • Selten Nasenbluten.
  • Vorübergehende Schluckbeschwerden.

Bei besonderen anatomischen Voraussetzungen oder ausgeprägten Speiseröhrenerkrankungen wird das individuelle Untersuchungsrisiko vorgängig beurteilt.

Wann erhalte ich das Ergebnis der Manometrie?

Die Druckmessungen stehen unmittelbar nach der Untersuchung zur Verfügung.

Die fachärztliche Auswertung und schriftliche Befunderstellung können jedoch zusätzliche Zeit benötigen.

Je nach Fragestellung wird eine persönliche oder telefonische Befundbesprechung vereinbart.

Was kostet eine Ösophagusmanometrie in der Schweiz?

Bei medizinisch begründeter Indikation kann die hochauflösende Ösophagusmanometrie nach den geltenden Schweizer Krankenversicherungs- und Tarifbestimmungen vergütet werden.

Die Kostenübernahme hängt von der konkreten Indikation und dem Versicherungsmodell ab.

Franchise und Selbstbehalt können anfallen.

Warum Ösophagusmanometrie bei Vivomed – Gastroenterologie Bern?

Bei Vivomed – Gastroenterologie Bern verbinden wir moderne gastroenterologische Funktionsdiagnostik mit umfassender endoskopischer Erfahrung.

  • High-Resolution-Ösophagusmanometrie: Präzise Beurteilung der Schluckmotorik.
  • Diagnostik der Achalasie: Differenzierte Einteilung in die verschiedenen Achalasieformen.
  • Chicago-Klassifikation 4.0: Standardisierte Interpretation nach internationalen Empfehlungen.
  • 24-Stunden-Impedanz-pH-Metrie: Ergänzende Diagnostik bei Refluxbeschwerden.
  • Drahtlose Kapsel-pH-Metrie: Objektive Säuremessung über mehrere Tage.
  • Gastroskopie und Endosonographie: Ergänzende Abklärung struktureller Veränderungen bei Bedarf.
  • Individuelle Therapieplanung: Auswahl weiterer Untersuchungen und Behandlungen anhand der Befundkonstellation.

High-Resolution-Ösophagusmanometrie in Bern – Termin vereinbaren

Sie leiden unter Schluckbeschwerden, dem Gefühl steckenbleibender Nahrung oder unklaren Beschwerden der Speiseröhre?

Bei Vivomed – Gastroenterologie Bern prüfen wir, ob eine hochauflösende Ösophagusmanometrie für Ihre Beschwerden sinnvoll ist.

Unsere Praxis befindet sich am Waisenhausplatz 28, 3011 Bern.

Bitte bringen Sie nach Möglichkeit vorhandene Gastroskopieberichte und eine aktuelle Medikamentenliste mit.

Jetzt Termin zur Ösophagusmanometrie bei Vivomed Bern anfragen →

Häufige Fragen zur High-Resolution-Ösophagusmanometrie

Was ist eine Ösophagusmanometrie?

Die Ösophagusmanometrie ist eine Funktionsuntersuchung der Speiseröhre. Sie misst die Muskelkontraktionen und Druckverhältnisse während des Schluckens. Damit können unter anderem Achalasie und weitere Motilitätsstörungen erkannt werden.

Was bedeutet High-Resolution-Manometrie (HRM)?

High-Resolution-Manometrie bezeichnet eine hochauflösende Druckmessung mit zahlreichen eng angeordneten Sensoren. Die Ergebnisse werden als farbkodierte Drucktopographie dargestellt und ermöglichen eine detaillierte Beurteilung der Speiseröhrenfunktion.

Wann ist eine Ösophagusmanometrie notwendig?

Die Untersuchung ist insbesondere bei ungeklärten Schluckbeschwerden, Verdacht auf Achalasie, ausgewählten retrosternalen Beschwerden und vor bestimmten Antirefluxbehandlungen sinnvoll. Häufig erfolgt zuvor eine Gastroskopie.

Kann man mit einer Ösophagusmanometrie Achalasie erkennen?

Ja. Die hochauflösende Ösophagusmanometrie ist die zentrale Untersuchung zur Diagnose und Einteilung der Achalasie. Dabei werden die Entspannung des unteren Ösophagussphinkters und die Bewegungen der Speiseröhre beurteilt.

Was sind die Unterschiede zwischen Achalasie Typ I, II und III?

Bei Typ I fehlt die normale Peristaltik ohne ausgeprägte panösophageale Druckerhöhung. Bei Typ II tritt zusätzlich eine typische Druckerhöhung auf. Typ III ist durch spastische beziehungsweise vorzeitige Kontraktionen gekennzeichnet. Die Einteilung ist für die Therapieplanung relevant.

Was bedeutet Ösophagogastrale Übergangsobstruktion (EGJOO)?

EGJOO bezeichnet ein manometrisches Muster, das auf eine erschwerte Passage am Übergang zum Magen hinweisen kann. Gemäss Chicago-Klassifikation 4.0 sind passende Beschwerden und bestätigende Untersuchungen erforderlich, bevor eine klinisch relevante Diagnose gestellt wird.

Kann eine Manometrie einen Speiseröhrenkrampf feststellen?

Ja. Die Untersuchung kann beispielsweise einen distalen Ösophagusspasmus oder einen hyperkontraktilen Ösophagus erkennen. Die Messwerte müssen zusammen mit den Beschwerden und gegebenenfalls weiteren Untersuchungen beurteilt werden.

Kann eine Ösophagusmanometrie Reflux nachweisen?

Nein. Die Manometrie misst die Motorik und Druckverhältnisse der Speiseröhre, nicht die tatsächliche Säurebelastung. Für den objektiven Nachweis einer Refluxkrankheit wird bei Bedarf eine pH-Metrie oder Impedanz-pH-Metrie durchgeführt.

Warum ist eine Ösophagusmanometrie vor einer Refluxoperation wichtig?

<p>Die Manometrie kann relevante Bewegungsstörungen der Speiseröhre erkennen, die für die Auswahl und Planung einer Antirefluxbehandlung wichtig sind. Für den objektiven Nachweis der Refluxkrankheit kann zusätzlich eine pH-Metrie oder Impedanz-pH-Metrie erforderlich sein.</p>

Wie läuft eine Ösophagusmanometrie ab?

Ein dünner Messkatheter wird durch die Nase bis in den Magen eingeführt. Anschliessend schlucken Sie wiederholt kleine Wassermengen, während die Druckverhältnisse aufgezeichnet werden. Je nach Fragestellung erfolgen zusätzliche Schluckmanöver.

Wie lange dauert eine Ösophagusmanometrie?

Die eigentlichen Messungen dauern häufig ungefähr 20 bis 30 Minuten. Mit Vorbereitung, Kathetereinlage und gegebenenfalls ergänzenden Tests sollten insgesamt ungefähr 30 bis 60 Minuten eingeplant werden.

Ist eine Ösophagusmanometrie schmerzhaft?

Die Untersuchung ist normalerweise nicht schmerzhaft, kann aber unangenehm sein. Besonders beim Einführen des Katheters können ein Würgereiz, Tränenfluss oder ein Fremdkörpergefühl auftreten.

Wird die Ösophagusmanometrie unter Narkose durchgeführt?

Normalerweise nicht. Da die Untersuchung die natürlichen Schluckbewegungen erfassen soll, wird sie in der Regel ohne Sedierung durchgeführt.

Welche Behandlung folgt bei einer diagnostizierten Achalasie?

Abhängig vom Achalasietyp und der individuellen Situation kommen beispielsweise eine pneumatische Dilatation, eine perorale endoskopische Myotomie (POEM) oder eine chirurgische Heller-Myotomie infrage.

Was ist die Chicago-Klassifikation Version 4.0?

Die Chicago-Klassifikation 4.0 ist eine international anerkannte Systematik zur Diagnose und Einteilung ösophagealer Motilitätsstörungen anhand hochauflösender Manometriemessungen. Sie berücksichtigt auch Körperpositionen, Provokationstests und klinische Symptome.

Wo kann ich eine Ösophagusmanometrie in Bern durchführen lassen?

Bei Vivomed – Gastroenterologie Bern am Waisenhausplatz 28 bieten wir hochauflösende Ösophagusmanometrie zur Abklärung von Schluckstörungen, Achalasie und anderen Motilitätsstörungen an.

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Wissenschaftliche Grundlagen und Leitlinien

Die hochauflösende Ösophagusmanometrie bei Vivomed – Gastroenterologie Bern orientiert sich an internationalen Empfehlungen zur standardisierten Diagnostik von Schluckstörungen, Achalasie und anderen Motilitätsstörungen der Speiseröhre.

  1. Chicago-Klassifikation Version 4.0 – Internationaler Standard der Ösophagusmanometrie.
    Yadlapati R, et al. Esophageal motility disorders on high-resolution manometry: Chicago classification version 4.0.
    Neurogastroenterology & Motility. 2021;33:e14058.
    Chicago-Klassifikation 4.0 →
  2. ACG – Klinische Anwendung der ösophagealen Funktionsdiagnostik.
    Gyawali CP, et al. ACG Clinical Guidelines: Clinical Use of Esophageal Physiologic Testing.
    American Journal of Gastroenterology. 2020;115:1412–1428.
    ACG-Leitlinie zur Ösophagusfunktionsdiagnostik →
  3. UEG / ESNM – Europäische Leitlinie zur Achalasie.
    Oude Nijhuis RAB, et al. European Guideline on Achalasia – United European Gastroenterology and European Society of Neurogastroenterology and Motility Recommendations.
    United European Gastroenterology Journal. 2020;8:13–33.
    Europäische Achalasie-Leitlinie →
  4. ESGE – Endoskopische Behandlung von Motilitätsstörungen.
    Weusten BLAM, et al. Endoscopic management of gastrointestinal motility disorders – part 1: European Society of Gastrointestinal Endoscopy (ESGE) Guideline.
    Endoscopy. 2020;52:498–515.
    ESGE-Leitlinie zur Behandlung ösophagealer Motilitätsstörungen →

Hinweis zur Interpretation: Ein auffälliger manometrischer Messwert allein bedeutet nicht immer, dass eine behandlungsbedürftige Erkrankung vorliegt. Die Ergebnisse müssen zusammen mit den Beschwerden, der Anatomie und gegebenenfalls ergänzenden Untersuchungen beurteilt werden.

Weiterführende Informationen finden Sie auf unseren Seiten zur gastroenterologischen Funktionsdiagnostik, zur 24-Stunden-Impedanz-pH-Metrie, zur Kapsel-pH-Metrie und zur Magenspiegelung.

Medizinische Fachinformation von Dr. med. Stefan Schlosser

Dr. med. Stefan Schlosser, MD MBA FEBGH ist Facharzt FMH für Gastroenterologie und Allgemeine Innere Medizin sowie Praxisleiter von Vivomed – Gastroenterologie Bern.

Er verfügt über mehr als 20 Jahre klinische Erfahrung in der gastroenterologischen Diagnostik und Behandlung.

Zu seinen fachlichen Schwerpunkten gehören die hochauflösende Ösophagusmanometrie, Diagnostik und Behandlung ösophagealer Motilitätsstörungen, die 24-Stunden-Impedanz-pH-Metrie, drahtlose Kapsel-pH-Metrie und interventionelle Endoskopie.

Die Diagnostik und Befundinterpretation bei Vivomed orientieren sich an aktuellen wissenschaftlichen Empfehlungen, insbesondere der Chicago-Klassifikation Version 4.0.