24-Stunden-Impedanz-pH-Metrie in Bern – Reflux zuverlässig untersuchen
Präzise Langzeitmessung von saurem und nicht-saurem Reflux bei Sodbrennen, Regurgitation und unklaren Refluxbeschwerden – bei Vivomed, Ihrer spezialisierten gastroenterologischen Praxis in Bern.
Leiden Sie unter häufigem Sodbrennen, saurem Aufstossen, Rückfluss von Mageninhalt oder anhaltenden Beschwerden trotz Magensäureblockern? Nicht immer lässt sich die Ursache solcher Beschwerden durch eine Magenspiegelung allein feststellen.
Die 24-Stunden-Impedanz-pH-Metrie ist eine spezialisierte Untersuchung zur objektiven Messung von Refluxereignissen in der Speiseröhre. Während ungefähr 24 Stunden werden die Säurebelastung und der Rückfluss von Flüssigkeit beziehungsweise Gas aus dem Magen in die Speiseröhre aufgezeichnet.
Im Gegensatz zur herkömmlichen pH-Metrie ermöglicht die kombinierte Impedanz-pH-Messung nicht nur die Erfassung von saurem, sondern auch von schwach saurem und nicht-saurem Reflux.
Bei Vivomed – Gastroenterologie Bern setzen wir diese Untersuchung ein, um die Refluxkrankheit (gastroösophageale Refluxkrankheit, GERD) differenziert abzuklären, Beschwerden genauer einzuordnen und die Behandlung individuell zu planen.
Die Messung erfolgt ambulant mit einer dünnen Sonde, die durch die Nase in die Speiseröhre eingeführt und an ein kleines tragbares Aufnahmegerät angeschlossen wird.
Während der Aufzeichnung können Sie weitgehend Ihren gewohnten Alltag fortsetzen. Gerade dadurch lässt sich beurteilen, welche Refluxereignisse bei Mahlzeiten, körperlicher Aktivität, im Liegen oder während des Schlafs auftreten.
Unser Ziel ist eine objektive und leitlinienorientierte Refluxdiagnostik, um unnötige Behandlungen zu vermeiden und gezielte Therapieentscheidungen zu ermöglichen.
Was ist eine Impedanz-pH-Metrie?
Die kombinierte ösophageale Impedanz-pH-Metrie ist eine funktionelle Langzeituntersuchung der Speiseröhre.
Sie verbindet zwei unterschiedliche Messprinzipien:
- pH-Metrie: Kontinuierliche Messung des Säuregrades in der Speiseröhre. Dadurch lässt sich bestimmen, wie lange die Schleimhaut saurem Reflux ausgesetzt ist.
- Impedanzmessung: Erfassung von Veränderungen des elektrischen Widerstands zwischen kleinen Sensoren. Damit können Bewegungen von Flüssigkeiten und Gasen in der Speiseröhre erkannt und ihre Ausbreitungsrichtung beurteilt werden.
Durch die Kombination beider Verfahren lassen sich Refluxereignisse genauer charakterisieren als mit einer alleinigen pH-Messung.
Zusätzlich können die aufgezeichneten Beschwerden mit den gemessenen Refluxereignissen zeitlich verglichen werden.
Welche Vorteile bietet die 24-Stunden-Impedanz-pH-Metrie?
- Objektive Refluxdiagnostik: Messung der tatsächlichen Säurebelastung im Alltag.
- Nachweis verschiedener Refluxformen: Erfassung von sauren, schwach sauren und nicht-sauren Ereignissen.
- Symptomzuordnung: Untersuchung des zeitlichen Zusammenhangs zwischen Beschwerden und Reflux.
- Abklärung trotz PPI-Therapie: Bei bereits gesicherter GERD kann eine Messung unter Behandlung sinnvoll sein.
- Unterscheidung ähnlicher Beschwerdebilder: Unterstützung bei der Differenzierung zwischen GERD, Refluxhypersensitivität und funktionellem Sodbrennen.
- Gezielte Therapieplanung: Wichtige Informationen vor ausgewählten medikamentösen, endoskopischen oder chirurgischen Behandlungen.
- Ambulante Untersuchung: Langzeitaufzeichnung unter möglichst alltagsnahen Bedingungen.
Die Impedanz-pH-Metrie ist eine etablierte Methode der gastroenterologischen Funktionsdiagnostik und wird entsprechend der individuellen Fragestellung eingesetzt.
Systemkalibrierung auf den pH Wert von 4 und 7.
Wann ist eine 24-Stunden-Impedanz-pH-Metrie sinnvoll?
Eine Impedanz-pH-Metrie wird insbesondere dann empfohlen, wenn die Ursache von Refluxbeschwerden unklar ist, die Beschwerden trotz Behandlung weiterbestehen oder eine gezielte Refluxtherapie geplant wird.
Chronisches Sodbrennen und saures Aufstossen
Wiederkehrendes Sodbrennen, saures Aufstossen und der Rückfluss von Mageninhalt können auf eine gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) hinweisen.
Ist die Diagnose trotz klinischer Untersuchung und gegebenenfalls Gastroskopie nicht ausreichend gesichert, kann eine objektive Refluxmessung sinnvoll sein.
Bei einer bislang nicht nachgewiesenen GERD wird die Untersuchung in der Regel ohne säurehemmende Medikamente durchgeführt.
Beschwerden trotz Protonenpumpenhemmern (PPI)
Ein Teil der Patienten leidet auch unter einer Behandlung mit Protonenpumpenhemmern wie Pantoprazol, Esomeprazol oder Omeprazol weiterhin unter Refluxbeschwerden.
Bei einer bereits objektiv gesicherten Refluxkrankheit kann die Impedanz-pH-Metrie unter optimierter PPI-Therapie untersuchen, ob weiterhin relevante Refluxereignisse auftreten.
Da PPI vor allem die Säureproduktion hemmen, können schwach saure oder nicht-saure Refluxereignisse weiterhin bestehen.
Die Untersuchung hilft, eine tatsächlich fortbestehende Refluxbelastung von anderen Beschwerdeursachen zu unterscheiden.
Regurgitation und Rückfluss von Mageninhalt
Bei der Regurgitation gelangt Mageninhalt ohne eigentliches Erbrechen zurück in die Speiseröhre oder bis in den Mund.
Da solche Ereignisse nicht immer stark sauer sind, kann die Impedanzmessung einen besonderen diagnostischen Nutzen haben.
Refluxbedingter Husten und Halsbeschwerden
Chronischer Husten, Heiserkeit, Räusperzwang oder ein Globusgefühl können verschiedene Ursachen haben.
Bei ausgewählten Patienten kann eine Impedanz-pH-Metrie helfen zu untersuchen, ob ein Zusammenhang mit gastroösophagealem Reflux besteht.
Wichtig: Diese Beschwerden sind nicht automatisch refluxbedingt. Eine objektive Refluxmessung dient gerade dazu, eine unzutreffende Zuordnung und unnötige langfristige Säureblockade zu vermeiden.
Übermässiges Aufstossen und supragastrisches Belching
Häufiges Aufstossen kann durch gastroösophagealen Reflux, Luftschlucken oder ein sogenanntes supragastrisches Belching verursacht werden.
Bei supragastrischem Belching gelangt Luft rasch in die Speiseröhre und wird unmittelbar wieder ausgestossen, ohne zuvor den Magen erreicht zu haben.
Die Impedanzmessung kann charakteristische Luftbewegungsmuster erfassen und dadurch zur Diagnostik beitragen.
Abklärung vor einer Antirefluxoperation oder endoskopischen Refluxbehandlung
Vor einer operativen oder ausgewählten endoskopischen Refluxbehandlung ist ein objektiver Nachweis der Refluxkrankheit besonders wichtig.
Die Impedanz-pH-Metrie kann hierbei helfen, das tatsächliche Ausmass der Refluxbelastung und den Zusammenhang mit den Beschwerden zu beurteilen.
Ergänzend wird häufig eine hochauflösende Ösophagusmanometrie (HREM) durchgeführt, um relevante Motilitätsstörungen auszuschliessen und die Behandlung zu planen.
Mehr zur hochauflösenden Ösophagusmanometrie bei Vivomed →
Welche Refluxformen erkennt die Impedanz-pH-Metrie?
Saurer Reflux
Von einem sauren Refluxereignis spricht man üblicherweise, wenn der pH-Wert in der Speiseröhre im Zusammenhang mit dem Reflux unter 4 fällt.
Die Häufigkeit und insbesondere die Dauer der Säureexposition sind wichtige Parameter bei der Diagnostik der GERD.
Schwach saurer Reflux
Schwach saure Refluxereignisse weisen einen pH-Wert zwischen 4 und unter 7 auf.
Sie sind insbesondere bei Patienten unter PPI-Therapie relevant, da die Magensäureproduktion vermindert ist, der Rückfluss von Mageninhalt aber weiterbestehen kann.
Nicht-saurer Reflux
Bei nicht-saurem Reflux liegt der pH-Wert während des Ereignisses bei mindestens 7.
Auch solche Ereignisse können mithilfe der Impedanzmessung erkannt werden.
Die Impedanz-pH-Metrie weist jedoch nicht unmittelbar die chemische Zusammensetzung des Refluxats nach. Insbesondere ist sie kein spezifischer Nachweis von Gallensäuren.
Welche Messwerte werden bei der 24-Stunden-Impedanz-pH-Metrie bestimmt?
Die Untersuchung liefert mehrere Messparameter, die gemeinsam interpretiert werden.
Acid Exposure Time (AET) – Säureexpositionszeit
Die Acid Exposure Time (AET) gibt an, wie viel Prozent der gesamten Messzeit der pH-Wert in der distalen Speiseröhre unter 4 liegt.
Sie gehört zu den wichtigsten diagnostischen Parametern der Refluxmessung.
Gemäss Lyon-Konsensus 2.0 gelten bei einer Untersuchung ohne säurehemmende Therapie folgende Orientierungsbereiche:
| AET-Wert | Interpretation ohne PPI |
|---|---|
| Unter 4 % | Physiologische Säureexposition |
| 4 bis 6 % | Grenzwertiger beziehungsweise nicht eindeutig schlüssiger Befund |
| Über 6 % | Pathologische Säureexposition; schlüssiger Nachweis einer GERD |
Wichtig: Diese Grenzwerte beziehen sich auf die geeignete Refluxmessung ohne säurehemmende Therapie. Bei einer Untersuchung unter PPI gelten andere Interpretationskriterien.
Anzahl der Refluxereignisse
Die Impedanzmessung ermöglicht die Zählung und Charakterisierung von Refluxereignissen.
Bei einer 24-Stunden-Messung ohne PPI-Therapie gelten gemäss Lyon-Konsensus 2.0 folgende ergänzende Orientierungswerte:
- Weniger als 40 Refluxereignisse pro Tag: Unterstützender Hinweis gegen eine pathologische Refluxbelastung.
- 40 bis 80 Refluxereignisse: Allein nicht eindeutig beweisend.
- Mehr als 80 Refluxereignisse: Unterstützender Hinweis auf eine pathologische Refluxkrankheit.
Die Zahl der Refluxereignisse wird nicht isoliert, sondern insbesondere zusammen mit der AET und den klinischen Befunden interpretiert.
Symptom Index (SI) und Symptom Association Probability (SAP)
Während der Langzeitmessung dokumentieren Patienten ihre Beschwerden möglichst zeitnah.
Die Auswertung ermöglicht die Untersuchung eines statistischen beziehungsweise zeitlichen Zusammenhangs zwischen Beschwerden und Refluxereignissen.
- Symptom Index (SI): Anteil dokumentierter Beschwerden, die zeitlich mit einem Refluxereignis verbunden sind.
- Symptom Association Probability (SAP): Statistische Bewertung der zeitlichen Symptom-Reflux-Assoziation.
Ein SI über 50 % oder eine SAP über 95 % gelten üblicherweise als positive Assoziationsparameter.
Die Aussagekraft hängt jedoch von der Zahl und zuverlässigen Dokumentation der Beschwerden ab.
Mean Nocturnal Baseline Impedance (MNBI)
Die mittlere nächtliche Baseline-Impedanz (MNBI) ist ein zusätzlicher Parameter, der Hinweise auf die Integrität der Speiseröhrenschleimhaut liefern kann.
Eine erniedrigte Baseline-Impedanz kann mit einer chronischen refluxbedingten Schleimhautbeeinträchtigung verbunden sein.
Gemäss Lyon-Konsensus 2.0 können Werte unter 1500 Ohm den Verdacht auf eine Refluxkrankheit unterstützen, während Werte über 2500 Ohm gegen eine relevante pathologische Refluxbelastung sprechen können.
MNBI ist ein ergänzender Parameter und kein alleiniger diagnostischer Beweis.
Post-Reflux Swallow-Induced Peristaltic Wave Index (PSPW)
Der PSPW-Index beschreibt schluckinduzierte peristaltische Reaktionen nach Refluxereignissen und kann zusätzliche Informationen zur ösophagealen chemischen Clearance liefern.
Der Parameter wird insbesondere für weiterführende phänotypische und wissenschaftliche Analysen verwendet und gehört derzeit nicht zu den allein entscheidenden Routinemessgrössen für die Diagnose einer GERD.
GERD, Refluxhypersensitivität oder funktionelles Sodbrennen?
Nicht jedes Sodbrennen ist Ausdruck einer pathologisch erhöhten Säurebelastung.
Die kombinierte Impedanz-pH-Metrie kann helfen, unterschiedliche Beschwerdemechanismen voneinander abzugrenzen.
Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD)
Bei einer objektiv nachgewiesenen GERD besteht eine pathologische Refluxbelastung oder es liegen andere schlüssige Befunde einer Refluxkrankheit vor.
Refluxhypersensitivität
Bei einer Refluxhypersensitivität ist die Säureexposition im physiologischen Bereich, jedoch besteht ein positiver zeitlicher Zusammenhang zwischen Refluxereignissen und Beschwerden.
Die Behandlung unterscheidet sich von derjenigen einer klassischen pathologischen Säurerefluxkrankheit.
Funktionelles Sodbrennen
Bei funktionellem Sodbrennen besteht keine pathologische Säurebelastung und kein überzeugender zeitlicher Zusammenhang zwischen Beschwerden und gemessenen Refluxereignissen.
Diese Diagnose setzt voraus, dass andere relevante Ursachen angemessen ausgeschlossen wurden.
Eine rein säurehemmende Behandlung ist in solchen Situationen häufig nicht ausreichend wirksam.
24-Stunden-Impedanz-pH-Metrie oder Bravo-Kapsel – welche Untersuchung ist besser?
Beide Verfahren dienen der objektiven Refluxdiagnostik, beantworten aber teilweise unterschiedliche Fragen.
| Merkmal | Impedanz-pH-Metrie | Bravo-Kapsel-pH-Metrie |
|---|---|---|
| Messdauer | Meist ungefähr 24 Stunden | Je nach Protokoll 48 bis 96 Stunden |
| Säurereflux | Ja | Ja |
| Schwach saurer und nicht-saurer Reflux | Ja | Nein |
| Messsystem während der Aufzeichnung | Transnasale Sonde | Drahtlose Kapsel |
| Besondere Vorteile | Refluxcharakterisierung und Symptomassoziation | Längere Messung mit weniger Tagesabhängigkeit |
Bei bislang nicht gesicherter GERD und typischen Refluxbeschwerden kann eine verlängerte drahtlose pH-Metrie diagnostisch besonders sinnvoll sein.
Die Impedanz-pH-Metrie bietet besondere Vorteile bei Beschwerden mit vermehrtem Aufstossen, Verdacht auf schwach sauren Reflux sowie bei weiterhin bestehenden Beschwerden unter PPI-Therapie bei bereits objektiv nachgewiesener GERD.
Wie bereite ich mich auf die 24-Stunden-Impedanz-pH-Metrie vor?
Für eine zuverlässige Refluxmessung ist die korrekte Vorbereitung entscheidend. Besonders wichtig ist die Frage, ob säurehemmende Medikamente vor der Untersuchung pausiert oder weiterhin eingenommen werden sollen.
Impedanz-pH-Metrie mit oder ohne Protonenpumpenhemmer?
Die Untersuchung kann je nach Fragestellung ohne PPI-Therapie (off PPI) oder unter laufender PPI-Therapie (on PPI) durchgeführt werden.
- Messung ohne PPI: In der Regel zur Diagnostik einer bislang nicht objektiv gesicherten Refluxkrankheit.
- Messung unter PPI: Insbesondere bei bereits bestätigter GERD und weiterhin bestehenden Beschwerden trotz optimierter Behandlung.
Wenn eine PPI-Pause erforderlich ist, wird häufig ein Zeitraum von ungefähr sieben Tagen vorgesehen. Die genaue Dauer richtet sich nach dem Untersuchungsprotokoll und der individuellen Situation.
Auch H2-Rezeptorantagonisten, Antazida und Alginate können bei bestimmten Untersuchungsprotokollen berücksichtigt werden müssen.
Bitte setzen Sie säurehemmende Medikamente niemals eigenständig ab. Sie erhalten von Vivomed klare Anweisungen, welche Präparate vor der Untersuchung weiter eingenommen oder pausiert werden sollen.
Muss ich vor der Impedanz-pH-Metrie nüchtern sein?
Vor dem Einführen der Messsonde ist normalerweise eine mehrstündige Nüchternphase erforderlich. Die genaue Dauer wird Ihnen vor dem Termin mitgeteilt.
Die Nüchternheit bezieht sich auf die Vorbereitung und Sondeneinlage. Während der anschliessenden Langzeitmessung sollen Sie grundsätzlich möglichst alltagsnah essen und trinken.
Welche Unterlagen soll ich mitbringen?
- Aktuelle Medikamentenliste, insbesondere säurehemmende Medikamente.
- Frühere Gastroskopie- und Histologieberichte.
- Vorhandene Refluxmessungen und Manometriebefunde.
- Berichte zu früheren Antirefluxoperationen oder endoskopischen Refluxbehandlungen.
Wie läuft eine 24-Stunden-Impedanz-pH-Metrie ab?
1. Vorbereitung und Kalibrierung
Vor der Untersuchung wird das Messsystem vorbereitet und kalibriert. Anschliessend werden die medizinische Fragestellung und die Einnahme der relevanten Medikamente überprüft.
2. Einführen der Messsonde
Eine dünne flexible Messsonde wird über ein Nasenloch in die Speiseröhre eingeführt.
Die Sonde enthält mehrere Impedanzsensoren und einen pH-Sensor. Ihre Lage wird entsprechend dem Untersuchungsprotokoll festgelegt.
Gegebenenfalls wird zuvor eine Ösophagusmanometrie durchgeführt, um die Lage des unteren Ösophagussphinkters genau zu bestimmen.
Das Einführen dauert normalerweise nur wenige Minuten. Dabei können vorübergehend ein Fremdkörpergefühl, Tränenfluss oder Würgereiz auftreten.
3. Befestigung der Sonde
Die Sonde wird an der Nase beziehungsweise Wange fixiert und mit einem kleinen tragbaren Aufnahmegerät verbunden.
Dieses Gerät zeichnet die Messwerte während ungefähr 24 Stunden kontinuierlich auf.
4. Langzeitmessung im Alltag
Während der Messung können Sie weitgehend Ihren gewohnten Tätigkeiten nachgehen.
Das Ziel ist, die Beschwerden und Refluxereignisse unter möglichst repräsentativen Alltagsbedingungen zu erfassen.
Sie dokumentieren je nach Gerät und Untersuchungsprotokoll:
- Beginn und Ende von Mahlzeiten.
- Liege- und Schlafphasen.
- Sodbrennen und saures Aufstossen.
- Regurgitation oder andere relevante Beschwerden.
- Besondere Ereignisse gemäss ärztlicher Anleitung.
Eine präzise Dokumentation ist wichtig, damit die zeitliche Zuordnung zwischen Symptomen und Refluxereignissen zuverlässig ausgewertet werden kann.
5. Rückgabe des Messgeräts
Nach Abschluss der ungefähr 24-stündigen Aufzeichnung wird die Sonde entfernt und das Aufnahmegerät zurückgegeben.
Das Entfernen dauert üblicherweise nur kurze Zeit.
6. Ärztliche Auswertung
Die aufgezeichneten Daten werden anschliessend fachärztlich ausgewertet.
Dabei werden unter anderem die Säureexpositionszeit, die Anzahl und Art der Refluxereignisse sowie die Symptomassoziation beurteilt.
Bei Bedarf werden weitere Parameter wie die nächtliche Baseline-Impedanz berücksichtigt.
Nach Auswertung besprechen wir den Befund und das weitere Vorgehen mit Ihnen.
Was darf ich während der 24-Stunden-Refluxmessung essen und trinken?
Während der Aufzeichnung sollten Sie sich möglichst alltagsnah verhalten und Ihre üblichen Beschwerden möglichst repräsentativ erfassen lassen.
Im Allgemeinen sollen Sie Ihre Ernährung nicht grundlegend verändern. Falls für einzelne Speisen oder Getränke besondere Vorgaben bestehen, werden Sie vorab darüber informiert.
Mahlzeiten und Getränke müssen entsprechend dem Messprotokoll dokumentiert werden, damit sie bei der Auswertung korrekt berücksichtigt werden können.
Bitte vermeiden Sie Veränderungen der Medikamenteneinnahme, die nicht ausdrücklich mit Vivomed vereinbart wurden.
Kann ich während der Messung arbeiten und schlafen?
Leichte alltägliche Tätigkeiten und Büroarbeit sind in vielen Fällen möglich.
Bei körperlich belastenden Arbeiten oder Tätigkeiten mit hohem Risiko einer versehentlichen Sondenverschiebung sollte die Situation vorgängig besprochen werden.
Auch Schlafen ist während der Messung möglich. Die nächtliche Aufzeichnung ist ein wichtiger Bestandteil der Untersuchung.
Das Messgerät und die Sonde dürfen nicht durchnässt werden. Duschen, Baden und Schwimmen sind deshalb während der Aufzeichnung normalerweise nicht möglich.
Ist die Impedanz-pH-Metrie schmerzhaft?
Die Untersuchung wird üblicherweise ohne Sedierung durchgeführt.
Beim Einführen der Sonde kann es zu einem unangenehmen Gefühl im Nasen-Rachen-Raum oder vorübergehendem Würgereiz kommen.
Während der Messung ist die Sonde häufig weiterhin spürbar. Viele Patienten können ihren gewohnten Alltag dennoch weitgehend fortsetzen.
Eine Gewebeentnahme oder ein chirurgischer Eingriff ist nicht erforderlich.
Welche Risiken bestehen bei einer Impedanz-pH-Metrie?
Die 24-Stunden-Impedanz-pH-Metrie ist insgesamt eine risikoarme Untersuchung.
Mögliche vorübergehende Beschwerden sind:
- Fremdkörpergefühl in Nase oder Rachen.
- Würgereiz beim Einführen.
- Leichte Schleimhautreizung oder Nasenbluten.
- Vorübergehende Schluckbeschwerden.
- Verrutschen oder vorzeitiges Herausgleiten der Sonde.
Schwerwiegende Komplikationen sind sehr selten. Bei starken oder ungewöhnlichen Beschwerden sollten Sie sich umgehend mit der behandelnden Praxis in Verbindung setzen.
Wann erhalte ich den Befund?
Nach Rückgabe des Aufnahmegeräts werden die gespeicherten Daten ausgelesen und ärztlich beurteilt.
Die vollständige Auswertung berücksichtigt neben automatisiert erfassten Messwerten auch die Qualität der Aufzeichnung und die klinische Fragestellung.
Je nach organisatorischem Ablauf kann die Befundbesprechung im Rahmen einer nachfolgenden Konsultation oder telefonisch erfolgen.
Welche Behandlung folgt nach der Refluxmessung?
Die weitere Therapie richtet sich nach dem objektiven Befund und der individuellen Beschwerdesituation.
Abhängig von der Diagnose können folgende Massnahmen sinnvoll sein:
- Optimierung einer bestehenden PPI-Therapie.
- Individuelle Massnahmen zur Reduktion von Refluxauslösern.
- Gezielte Behandlung bei Refluxhypersensitivität oder funktionellem Sodbrennen.
- Verhaltenstherapeutische Ansätze bei supragastrischem Belching.
- Ergänzende Ösophagusmanometrie bei Verdacht auf eine Motilitätsstörung.
- Prüfung einer operativen oder endoskopischen Antirefluxbehandlung bei geeigneter Indikation.
Eine interventionelle Refluxbehandlung sollte nicht allein aufgrund fortbestehender Beschwerden, sondern auf Grundlage einer gesicherten Diagnose und sorgfältigen Patientenselektion erfolgen.
Was kostet eine 24-Stunden-Impedanz-pH-Metrie in der Schweiz?
Bei medizinisch begründeter Indikation kann eine ösophageale Funktionsuntersuchung im Rahmen der geltenden Schweizer Krankenversicherungs- und Tarifbestimmungen vergütet werden.
Die Kostenübernahme hängt von der konkreten Indikation, den erbrachten Leistungen und den Versicherungsbedingungen ab.
Franchise und Selbstbehalt bleiben gegebenenfalls vorbehalten.
Warum Refluxdiagnostik bei Vivomed – Gastroenterologie Bern?
Bei Vivomed – Gastroenterologie Bern verbinden wir spezialisierte gastroenterologische Funktionsdiagnostik mit moderner Endoskopie und individueller ärztlicher Betreuung.
- 24-Stunden-Impedanz-pH-Metrie: Differenzierte Messung von saurem und nicht-saurem Reflux.
- Bravo-Kapsel-pH-Metrie: Drahtlose Langzeitmessung der Säureexposition.
- High-Resolution-Ösophagusmanometrie: Beurteilung von Motilitätsstörungen und Funktion der Speiseröhre.
- Gastroskopie: Endoskopische Abklärung von Schleimhautveränderungen.
- Leitlinienorientierte Befundauswertung: Interpretation nach aktuellen internationalen Konsensusempfehlungen.
- Individuelle Therapieplanung: Gezielte Auswahl konservativer, medikamentöser oder interventioneller Behandlungsmöglichkeiten.
24-Stunden-Impedanz-pH-Metrie in Bern – Termin vereinbaren
Sie leiden unter anhaltendem Sodbrennen, saurem Aufstossen, Regurgitation oder Beschwerden trotz einer säurehemmenden Behandlung?
Bei Vivomed – Gastroenterologie Bern prüfen wir, ob eine 24-Stunden-Impedanz-pH-Metrie oder eine andere Refluxuntersuchung für Ihre Fragestellung sinnvoll ist.
Unsere Praxis befindet sich am Waisenhausplatz 28, 3011 Bern.
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Häufige Fragen zur 24-Stunden-Impedanz-pH-Metrie
Was ist eine 24-Stunden-Impedanz-pH-Metrie?
Die Impedanz-pH-Metrie ist eine Langzeituntersuchung der Speiseröhre. Sie misst während ungefähr 24 Stunden die Säurebelastung und erfasst saure, schwach saure und nicht-saure Refluxereignisse. Zusätzlich kann untersucht werden, ob ein zeitlicher Zusammenhang zwischen Reflux und Beschwerden besteht.
Wann ist eine Impedanz-pH-Metrie sinnvoll?
Die Untersuchung wird bei unklaren Refluxbeschwerden, anhaltendem Sodbrennen, Regurgitation und bei ausgewählten Patienten mit weiterhin bestehenden Beschwerden unter PPI-Therapie eingesetzt. Sie kann auch vor einer geplanten Antirefluxbehandlung notwendig sein.
Was ist der Unterschied zwischen einer pH-Metrie und einer Impedanz-pH-Metrie?
Eine herkömmliche pH-Metrie misst die Säurebelastung in der Speiseröhre. Die Impedanz-pH-Metrie erfasst zusätzlich Refluxereignisse unabhängig vom Säuregehalt und kann daher auch schwach sauren und nicht-sauren Reflux nachweisen.
Kann die Impedanz-pH-Metrie nicht-sauren Reflux nachweisen?
Ja. Mithilfe der Impedanzmessung können auch schwach saure und nicht-saure Refluxereignisse erkannt werden. Die Untersuchung kann jedoch nicht direkt nachweisen, ob eine Refluxflüssigkeit Gallensäuren enthält.
Wie lange dauert eine Impedanz-pH-Metrie?
Die Sondeneinlage dauert normalerweise nur wenige Minuten. Anschliessend erfolgt eine kontinuierliche Aufzeichnung über ungefähr 24 Stunden. Danach wird die Sonde entfernt und das Messgerät zurückgegeben.
Ist die Impedanz-pH-Metrie schmerzhaft?
Die Untersuchung ist normalerweise nicht schmerzhaft, kann aber unangenehm sein. Insbesondere beim Einführen der dünnen Sonde können ein Fremdkörpergefühl, Tränenfluss oder Würgereiz auftreten. Während der Messung bleibt die Sonde spürbar.
Muss ich für die Impedanz-pH-Metrie nüchtern sein?
Vor dem Einführen der Sonde ist üblicherweise eine mehrstündige Nüchternphase erforderlich. Während der anschliessenden Langzeitmessung sollen Mahlzeiten und Alltagsaktivitäten möglichst repräsentativ stattfinden. Die genauen Anweisungen erhalten Sie vor dem Termin.
Muss ich Pantoprazol oder Omeprazol vor der Untersuchung absetzen?
Das hängt von der medizinischen Fragestellung ab. Bei bislang ungesicherter GERD wird häufig ohne PPI gemessen; bei bereits gesicherter GERD und weiterhin bestehenden Beschwerden kann eine Messung unter Therapie sinnvoll sein. Bitte setzen Sie Medikamente ausschliesslich nach ärztlicher Anweisung ab.
Kann ich während der 24-Stunden-pH-Metrie normal essen?
In der Regel sollen Sie möglichst alltagsnah essen und trinken, damit die Messung repräsentativ ist. Mahlzeiten und Beschwerden müssen entsprechend dem Untersuchungsprotokoll dokumentiert werden. Besondere Vorgaben werden Ihnen vorab mitgeteilt.
Darf ich mit der Messsonde schlafen?
Ja. Die nächtliche Aufzeichnung ist ein wichtiger Bestandteil der Untersuchung. Sie können normalerweise zu Hause schlafen, sollten aber darauf achten, dass die Sonde und das Messgerät nicht versehentlich verschoben werden.
Darf ich während der Messung arbeiten?
Leichte Tätigkeiten und Büroarbeit sind häufig möglich. Bei körperlich belastenden Arbeiten oder Tätigkeiten mit erhöhtem Risiko einer Sondenverschiebung ist eine individuelle Rücksprache sinnvoll.
Kann ich mit dem Gerät duschen?
Nein. Messgerät und Sonde dürfen nicht durchnässt werden. Während der Aufzeichnung sollten Sie deshalb normalerweise auf Duschen, Baden und Schwimmen verzichten.
Was bedeutet der AET-Wert bei der Refluxmessung?
Die Acid Exposure Time (AET) beschreibt den prozentualen Anteil der Messzeit, während dessen in der Speiseröhre ein pH-Wert unter 4 gemessen wird. Bei geeigneter Untersuchung ohne PPI spricht eine AET über 6 % für eine pathologische Säureexposition.
Was bedeutet ein AET-Wert zwischen 4 und 6 Prozent?
Eine AET zwischen 4 und 6 % gilt bei einer Refluxmessung ohne PPI als nicht eindeutig. Zur Interpretation werden weitere Parameter wie die Anzahl der Refluxereignisse, die Baseline-Impedanz und die klinischen Befunde berücksichtigt.
Was bedeutet MNBI bei einer Impedanz-pH-Metrie?
MNBI steht für Mean Nocturnal Baseline Impedance. Der Parameter kann ergänzende Informationen zur Schleimhautintegrität der Speiseröhre liefern und die Interpretation grenzwertiger Refluxbefunde unterstützen.
Was ist eine Refluxhypersensitivität?
Bei einer Refluxhypersensitivität besteht eine physiologische Säureexposition, aber ein positiver zeitlicher Zusammenhang zwischen Refluxereignissen und Beschwerden. Die Behandlung unterscheidet sich von jener einer pathologischen Säurerefluxkrankheit.
Was ist der Unterschied zwischen Impedanz-pH-Metrie und Bravo-Kapsel?
Die Impedanz-pH-Metrie misst über eine dünne transnasale Sonde zusätzlich nicht-saure Refluxereignisse. Die Bravo-Kapsel misst die Säurebelastung drahtlos über mehrere Tage, erfasst jedoch keine nicht-sauren Refluxereignisse.
Wird die Impedanz-pH-Metrie vor einer Refluxoperation benötigt?
Vor einer Antirefluxoperation oder ausgewählten endoskopischen Refluxtherapie ist häufig eine objektive Refluxdiagnostik notwendig. Zusätzlich kann eine Ösophagusmanometrie erforderlich sein, um relevante Motilitätsstörungen zu erkennen.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Bei medizinisch begründeter Indikation ist eine Kostenübernahme im Rahmen der geltenden Schweizer Krankenversicherungsregelungen möglich. Franchise und Selbstbehalt können anfallen. Bei speziellen Versicherungsbedingungen wird die Vergütung gegebenenfalls vorgängig abgeklärt.
Wo kann ich eine 24-Stunden-Impedanz-pH-Metrie in Bern durchführen lassen?
Bei Vivomed – Gastroenterologie Bern am Waisenhausplatz 28 bieten wir spezialisierte Refluxdiagnostik mit 24-Stunden-Impedanz-pH-Metrie, Bravo-Kapsel-pH-Metrie und hochauflösender Ösophagusmanometrie an.
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Wissenschaftliche Grundlagen und Leitlinien
Die Refluxdiagnostik bei Vivomed – Gastroenterologie Bern orientiert sich an internationalen wissenschaftlichen Empfehlungen zur ambulanten Refluxmessung und gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD).
- Lyon-Konsensus 2.0 – Aktuelle Diagnostik der Refluxkrankheit.
Gyawali CP, et al. Updates to the modern diagnosis of GERD: Lyon consensus 2.0.
Gut. 2024;73:361–371.
Lyon-Konsensus 2.0 zur Refluxdiagnostik → - ACG – Klinische Anwendung der ösophagealen Funktionsdiagnostik.
Gyawali CP, et al. ACG Clinical Guidelines: Clinical Use of Esophageal Physiologic Testing.
American Journal of Gastroenterology. 2020;115:1412–1428.
ACG-Leitlinie zur Funktionsdiagnostik → - ACG – Diagnostik und Therapie der gastroösophagealen Refluxkrankheit.
Katz PO, et al. ACG Clinical Guideline for the Diagnosis and Management of Gastroesophageal Reflux Disease.
American Journal of Gastroenterology. 2022;117:27–56.
ACG-Leitlinie zur GERD →
Hinweis: Die Impedanz-pH-Metrie erfasst Refluxereignisse und die Säureexposition. Die Untersuchungsergebnisse müssen im Zusammenhang mit der klinischen Symptomatik, dem Medikamentenstatus und weiteren diagnostischen Befunden interpretiert werden.
Weiterführende Informationen finden Sie auf unseren Seiten zur Bravo-Kapsel-pH-Metrie, zur High-Resolution-Ösophagusmanometrie, zur Magenspiegelung und zur gastroenterologischen Funktionsdiagnostik.
Medizinische Fachinformation von Dr. med. Stefan Schlosser
Dr. med. Stefan Schlosser, MD MBA FEBGH ist Facharzt FMH für Gastroenterologie und Allgemeine Innere Medizin sowie Praxisleiter von Vivomed – Gastroenterologie Bern.
Er verfügt über langjährige klinische Erfahrung in der gastroenterologischen Diagnostik und interventionellen Endoskopie.
Zu seinen Schwerpunkten gehören die gastroösophageale Refluxdiagnostik, 24-Stunden-Impedanz-pH-Metrie, Bravo-Kapsel-pH-Metrie, High-Resolution-Ösophagusmanometrie und spezialisierte endoskopische Refluxbehandlung.
Die fachärztliche Befundinterpretation erfolgt unter Berücksichtigung aktueller wissenschaftlicher Empfehlungen, insbesondere des Lyon-Konsensus 2.0 und der internationalen Leitlinien zur ösophagealen Funktionsdiagnostik.