Endohepatologie – moderne Diagnostik und Therapie von Lebererkrankungen
Hochspezialisierte Leberdiagnostik mit Endosonographie, Leberbiopsie, Elastographie und Pfortaderdruckmessung bei Vivomed – Gastroenterologie Bern.
Erkrankungen der Leber verlaufen häufig lange ohne eindeutige Beschwerden. Erhöhte Leberwerte, eine Fettleber, Leberfibrose oder eine beginnende Leberzirrhose werden deshalb oftmals erst im Rahmen von Routineuntersuchungen erkannt. Eine frühzeitige und präzise Diagnostik ist entscheidend, um die Ursache einer Lebererkrankung zu bestimmen, mögliche Komplikationen rechtzeitig zu erkennen und eine geeignete Behandlung einzuleiten.
Die Endohepatologie verbindet moderne Hepatologie mit hochauflösender Endosonographie (EUS) und spezialisierten diagnostischen und therapeutischen Verfahren. Sie ermöglicht es, die Leber, die Pfortader, die Lebergefässe und die Gallenwege aus unmittelbarer Nähe zu untersuchen und bei Bedarf gezielt Gewebeproben oder Druckmessungen durchzuführen.
Bei Vivomed – Gastroenterologie Bern bieten wir ein spezialisiertes Spektrum endohepatologischer Untersuchungen an. Dazu gehören die endosonographische Darstellung der Leber, die EUS-gesteuerte Leberbiopsie, die Scherwellen-Elastographie und die endosonographische Pfortaderdruckmessung.
Mit dieser Kombination moderner Untersuchungsmethoden ermöglichen wir eine differenzierte Abklärung komplexer Lebererkrankungen für Patientinnen und Patienten aus Bern und der gesamten Deutschschweiz.
Unser Ziel: Lebererkrankungen früh erkennen, ihre Ursachen präzise abklären und eine individuelle, möglichst schonende Behandlung ermöglichen.
Was ist Endohepatologie?
Die Endohepatologie ist ein spezialisiertes Teilgebiet der Gastroenterologie und Hepatologie. Sie nutzt moderne endoskopische Verfahren, insbesondere den endoskopischen Ultraschall (Endosonographie, EUS), zur Diagnostik und teilweise auch zur Behandlung von Erkrankungen der Leber und ihrer Gefässe.
Bei der Endosonographie wird ein flexibles Endoskop mit integriertem Ultraschallkopf über den Mund in den Magen oder Zwölffingerdarm eingeführt. Von dort lassen sich insbesondere die linksseitigen Leberabschnitte, der Leberhilus, die Pfortader und angrenzende Strukturen aus kurzer Distanz darstellen.
Die unmittelbare Nähe des Ultraschallkopfes zu diesen Organen ermöglicht eine hochauflösende Bildgebung und eröffnet zusätzliche diagnostische Möglichkeiten.
Zu den modernen Verfahren der Endohepatologie gehören:
- Endosonographischer Leberultraschall (EUS): Hochauflösende Untersuchung der Leber, Lebergefässe und Gallenwege.
- Endosonographische Leberpalpation (EUS-LP): Ergänzende Beurteilung der Leberstruktur und Gewebebeschaffenheit.
- EUS-gesteuerte Leberbiopsie (EUS-LB): Gezielte Entnahme von Lebergewebe zur histologischen Untersuchung.
- Endosonographische Scherwellen-Elastographie (EUS-SWE): Messung der Lebersteifigkeit zur Beurteilung möglicher fibrotischer Veränderungen.
- Endosonographische Pfortaderdruckmessung (EUS-PPM / EUS-PPG): Messung des portosystemischen Druckgradienten zur Abklärung einer portalen Hypertension.
Je nach Fragestellung können verschiedene Untersuchungen miteinander kombiniert werden. Dies kann besonders bei komplexen Lebererkrankungen sinnvoll sein, wenn konventionelle Untersuchungen keine ausreichend eindeutige Diagnose ermöglichen.
Wann ist eine endohepatologische Untersuchung sinnvoll?
Die Endohepatologie kann bei unterschiedlichen Erkrankungen der Leber, der Pfortader und der Gallenwege zusätzliche diagnostische Informationen liefern.
Eine spezialisierte Abklärung kann insbesondere bei folgenden Fragestellungen hilfreich sein:
- Unklare erhöhte Leberwerte: Wenn die Ursache erhöhter Leberenzyme trotz bisheriger Untersuchungen nicht ausreichend geklärt werden konnte.
- Chronische Lebererkrankungen: Beispielsweise bei metabolisch bedingter Fettlebererkrankung (MASLD), chronischer Hepatitis oder Autoimmunerkrankungen der Leber.
- Leberfibrose und Leberzirrhose: Zur ergänzenden Beurteilung struktureller Veränderungen und möglicher Komplikationen.
- Unklare Leberherde: Wenn Veränderungen in Ultraschall, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRI) weiter abgeklärt werden müssen.
- Portale Hypertension: Bei Verdacht auf erhöhten Druck im Pfortadersystem oder dessen Komplikationen.
- Erkrankungen der Pfortader: Beispielsweise bei unklaren Gefässveränderungen oder Pfortaderthrombosen.
- Erkrankungen der Gallenwege: Bei unklaren Gallengangserweiterungen, Engstellen oder Verdacht auf kleine Gallensteine.
- Unklare Oberbauchbeschwerden: Wenn vorausgegangene Untersuchungen keine ausreichende Erklärung ergeben und eine konkrete endosonographische Fragestellung besteht.
Ob eine Endosonographie notwendig ist, hängt von den bisherigen Untersuchungsergebnissen und der individuellen medizinischen Fragestellung ab. Häufig bilden Laboruntersuchungen, konventioneller Ultraschall, FibroScan sowie CT oder MRI die Grundlage der Diagnostik.
Unsere spezialisierten Verfahren der Endohepatologie bei Vivomed
1. Endosonographischer Leberultraschall (EUS)
Hochauflösende Untersuchung der Leber, Lebergefässe und Gallenwege von innen.
Die Endosonographie der Leber verbindet die Vorteile der Endoskopie mit moderner Ultraschalltechnik. Durch die Position des Ultraschallkopfes im Magen oder Zwölffingerdarm können bestimmte Leberabschnitte, der Leberhilus und das Pfortadersystem besonders detailliert untersucht werden.
Der endosonographische Ultraschall eignet sich insbesondere zur:
- Abklärung ausgewählter kleiner oder unklarer Leberveränderungen.
- Beurteilung des Leberhilus und angrenzender Gefässstrukturen.
- Darstellung der Pfortader und ihrer Äste.
- Untersuchung unklarer Gallengangserweiterungen und möglicher Abflusshindernisse.
- Ergänzenden Abklärung unklarer Befunde aus CT, MRI oder konventionellem Ultraschall.
- Planung einer gezielten endosonographischen Gewebeentnahme.
Besonders vorteilhaft ist die Endosonographie bei Strukturen, die vom Magen oder Zwölffingerdarm aus gut zugänglich sind. Sie ersetzt jedoch nicht grundsätzlich den Ultraschall durch die Bauchdecke, CT oder MRI, sondern ergänzt diese Verfahren bei ausgewählten Fragestellungen.
Mehr zur Endosonographie der Leber bei Vivomed erfahren →
2. Endosonographische Leberpalpation (EUS-LP)
Ergänzende Beurteilung der Gewebebeschaffenheit und Leberstruktur.
Bei der endosonographischen Leberpalpation handelt es sich um eine spezielle Form der sonographischen Gewebebeurteilung. Vereinfacht lässt sich das Verfahren als eine Art Untersuchung der Leberbeschaffenheit von innen beschreiben.
Während die traditionelle ärztliche Palpation durch die Bauchdecke erfolgt, nutzt die endosonographische Untersuchung hochauflösende Ultraschallbilder und gegebenenfalls ergänzende elastographische Informationen.
Die Untersuchung kann zusätzliche Hinweise liefern auf:
- Veränderungen der Leberstruktur.
- Eine unregelmässige Gewebebeschaffenheit.
- Mögliche fibrotische Umbauprozesse.
- Auffälligkeiten, die eine weiterführende Diagnostik erforderlich machen.
Die EUS-Leberpalpation ist als ergänzender Untersuchungsansatz zu verstehen. Sie stellt derzeit kein eigenständig standardisiertes Verfahren zur zuverlässigen Bestimmung des Fibrosestadiums dar.
Zur quantitativen Beurteilung der Lebersteifigkeit kommen spezielle elastographische Verfahren wie die Scherwellen-Elastographie zum Einsatz.
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3. Endosonographische Leberbiopsie (EUS-LB)
Gezielte Gewebeentnahme aus der Leber unter direkter Ultraschallkontrolle.
Bei bestimmten Lebererkrankungen reichen Blutuntersuchungen und bildgebende Verfahren nicht aus, um eine sichere Diagnose zu stellen. In solchen Situationen kann eine Leberbiopsie notwendig sein.
Die endosonographisch gesteuerte Leberbiopsie (EUS-guided Liver Biopsy, EUS-LB) ermöglicht die Entnahme von Lebergewebe unter kontinuierlicher Ultraschallkontrolle.
Dabei wird eine spezielle Biopsienadel über das Endoskop durch die Wand des Verdauungstrakts in das Lebergewebe eingeführt. Der Verlauf der Nadel und angrenzende Gefässe können während der Punktion sonographisch kontrolliert werden.
Wann kann eine EUS-Leberbiopsie sinnvoll sein?
- Bei unklaren chronischen Lebererkrankungen.
- Zur histologischen Beurteilung von Entzündung und Fibrose.
- Bei Verdacht auf bestimmte autoimmune oder infiltrative Lebererkrankungen.
- Bei ausgewählten fokalen Leberveränderungen, wenn eine Gewebeuntersuchung erforderlich und der Zugang geeignet ist.
- Wenn im Rahmen einer ohnehin geplanten Endosonographie gleichzeitig eine Leberbiopsie sinnvoll erscheint.
Welche Vorteile bietet die EUS-gesteuerte Leberbiopsie?
Die EUS-LB ermöglicht eine gezielte Gewebeentnahme unter Ultraschallkontrolle und wird üblicherweise unter Sedation durchgeführt. Je nach Fragestellung kann die Probengewinnung aus verschiedenen zugänglichen Leberabschnitten erfolgen.
Studien zeigen eine gute diagnostische Gewebeausbeute und ein insgesamt günstiges Sicherheitsprofil bei sorgfältiger Patientenauswahl.
Die EUS-LB ist jedoch nicht grundsätzlich sicherer oder diagnostisch überlegen gegenüber einer perkutanen oder transjugulären Leberbiopsie. Welcher Zugangsweg am besten geeignet ist, richtet sich unter anderem nach der Gerinnungssituation, dem Vorliegen von Aszites, der Lokalisation des Befundes und der medizinischen Fragestellung.
Wie bei jeder Leberbiopsie bestehen mögliche Risiken, insbesondere Blutungen, Infektionen oder Verletzungen angrenzender Strukturen.
4. Endosonographische Scherwellen-Elastographie (EUS-SWE)
Moderne Messung der Lebersteifigkeit zur Beurteilung von Fibrose und Zirrhose.
Eine chronische Lebererkrankung kann im Verlauf zu einer Vermehrung von Bindegewebe führen. Dieser Prozess wird als Leberfibrose bezeichnet. Bei fortgeschrittener Vernarbung kann sich eine Leberzirrhose entwickeln.
Die Scherwellen-Elastographie (Shear Wave Elastography, SWE) misst die Ausbreitung mechanischer Wellen im Lebergewebe. Daraus lassen sich Rückschlüsse auf die Gewebesteifigkeit ziehen.
Eine erhöhte Lebersteifigkeit kann auf eine fortgeschrittene Fibrose hinweisen. Allerdings können auch andere Faktoren, beispielsweise eine akute Entzündung oder eine Leberstauung, die Messergebnisse beeinflussen.
Wann ist eine EUS-Scherwellen-Elastographie hilfreich?
- Zur ergänzenden Beurteilung einer möglichen Leberfibrose.
- Bei chronischen Lebererkrankungen mit unklarer Fibroseausprägung.
- Wenn konventionelle elastographische Messungen technisch schwierig oder nicht eindeutig sind.
- Als zusätzliche Information im Rahmen einer ohnehin notwendigen Endosonographie.
- Zur wissenschaftlich und klinisch orientierten Beurteilung des Zusammenhangs zwischen Lebersteifigkeit und portaler Hypertension.
Die EUS-SWE bietet einen innovativen ergänzenden Zugang zur Elastographie der Leber. Die Methode wird jedoch noch weiter untersucht und ihre Grenzwerte sind weniger umfassend validiert als diejenigen etablierter nichtinvasiver Verfahren.
Für die routinemässige Fibrosebeurteilung bleiben Verfahren wie die transiente Elastographie (FibroScan) und die konventionelle Scherwellen-Elastographie wichtige Untersuchungsmethoden.
5. Endosonographische Pfortaderdruckmessung (EUS-PPM / EUS-PPG)
Direkte Beurteilung des Druckgradienten im Pfortadersystem bei Verdacht auf portale Hypertension.
Die portale Hypertension bezeichnet einen krankhaft erhöhten Druck im Pfortadersystem. Sie tritt häufig im Zusammenhang mit einer fortgeschrittenen Leberfibrose oder Leberzirrhose auf, kann jedoch auch andere Ursachen haben.
Ein erhöhter Pfortaderdruck kann schwerwiegende Komplikationen verursachen. Dazu gehören unter anderem:
- Krampfadern in der Speiseröhre (Ösophagusvarizen).
- Krampfadern im Magen (Magenvarizen).
- Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum (Aszites).
- Vergrösserung der Milz.
- Ein erhöhtes Risiko für gastrointestinale Blutungen.
Bei der endosonographischen Pfortaderdruckmessung wird unter Ultraschallkontrolle eine spezielle Nadel in geeignete Gefässabschnitte eingeführt. Die Messung des Drucks in einem Pfortaderast und einer Lebervene ermöglicht die Berechnung des portosystemischen Druckgradienten (EUS-PPG).
Im Gegensatz zur indirekten Bestimmung des hepatisch-venösen Druckgradienten (HVPG) erlaubt dieses Verfahren eine direkte Messung der beteiligten venösen Druckwerte.
Wann kann eine EUS-Pfortaderdruckmessung sinnvoll sein?
- Bei ausgewählten Patienten mit Verdacht auf portale Hypertension.
- Zur ergänzenden Abklärung unklarer portaler Druckverhältnisse.
- Bei bestimmten Formen nichtzirrhotischer portaler Hypertension.
- Wenn eine differenzierte hämodynamische Beurteilung für die weitere Diagnostik oder Therapieplanung relevant ist.
- Im Rahmen einer spezialisierten Abklärung chronischer Lebererkrankungen.
Die EUS-PPG ist ein hochspezialisiertes, noch nicht flächendeckend etabliertes Verfahren. Aktuelle Studien zeigen eine hohe technische Erfolgsrate und vielversprechende Ergebnisse. Die Standardisierung, langfristige klinische Bedeutung und optimale Patientenauswahl werden jedoch weiterhin wissenschaftlich untersucht.
Eine EUS-Pfortaderdruckmessung ist deshalb nicht bei jeder Leberzirrhose notwendig und ersetzt nicht grundsätzlich die etablierte Diagnostik der portalen Hypertension.
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Endohepatologie bei Fettleber, Leberfibrose und Leberzirrhose
Zu den häufigsten Ursachen chronischer Lebererkrankungen gehören metabolische Stoffwechselstörungen, chronische Virushepatitiden, alkoholassoziierte Lebererkrankungen und autoimmune Lebererkrankungen.
Besonders häufig ist die metabolisch dysfunktionsassoziierte steatotische Lebererkrankung (MASLD), früher häufig als nichtalkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) bezeichnet.
Sie tritt oft gemeinsam mit Übergewicht, Adipositas, Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen auf.
Bei einem Teil der Betroffenen entwickelt sich eine entzündliche Verlaufsform (MASH), die zu einer fortschreitenden Fibrose und langfristig zu einer Leberzirrhose führen kann.
Für die Beurteilung sind zunächst eine sorgfältige Krankengeschichte, Blutuntersuchungen, nichtinvasive Fibrosescores und bildgebende Verfahren entscheidend.
Die Endohepatologie kann ergänzend eingesetzt werden, wenn die Ursache oder das Ausmass einer Lebererkrankung unklar bleibt oder eine Gewebeuntersuchung beziehungsweise spezielle Druckmessung erforderlich ist.
Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht es, behandelbare Risikofaktoren zu erkennen und Massnahmen einzuleiten, die das Fortschreiten einer Lebererkrankung reduzieren können.
Wie läuft eine endohepatologische Untersuchung ab?
1. Ärztliche Beratung und medizinische Abklärung
Zu Beginn beurteilen wir Ihre bisherige Krankengeschichte, vorhandene Laborwerte und bildgebende Untersuchungen. Dabei prüfen wir, welche zusätzlichen Informationen für die Diagnose und Therapieplanung benötigt werden.
2. Auswahl der geeigneten Untersuchungsmethode
Je nach Fragestellung kann eine Endosonographie allein ausreichend sein oder durch eine Elastographie, Gewebeentnahme oder spezialisierte Druckmessung ergänzt werden.
Nicht jede Patientin und nicht jeder Patient benötigt sämtliche Verfahren.
3. Durchführung der Endosonographie
Die Untersuchung erfolgt in der Regel unter Sedation. Das Endoskop wird über den Mund eingeführt und bis in den Magen oder Zwölffingerdarm vorgeschoben.
Die Leber, ihre Gefässe und angrenzende Strukturen werden anschliessend mit hochauflösendem Ultraschall untersucht.
Falls erforderlich und zuvor vereinbart, können im gleichen Untersuchungsgang zusätzliche diagnostische Massnahmen durchgeführt werden.
4. Nachbetreuung und Befundbesprechung
Nach der Untersuchung werden die Ergebnisse beurteilt und mit Ihnen besprochen. Bei einer Gewebeentnahme erfolgt zusätzlich die histologische Untersuchung.
Aus den Befunden ergibt sich eine individuelle Empfehlung für das weitere Vorgehen. Diese kann Verlaufskontrollen, zusätzliche Untersuchungen oder die Behandlung einer zugrunde liegenden Lebererkrankung umfassen.
Welche Risiken bestehen bei endohepatologischen Untersuchungen?
Die Endosonographie gilt bei entsprechender Indikation als etabliertes Untersuchungsverfahren mit insgesamt günstigem Sicherheitsprofil.
Wie bei anderen endoskopischen Untersuchungen können jedoch unerwünschte Ereignisse auftreten. Dazu gehören beispielsweise Reaktionen auf Sedationsmedikamente, Kreislauf- oder Atemprobleme sowie selten Verletzungen des Verdauungstrakts.
Bei zusätzlichen invasiven Verfahren wie Leberbiopsie oder Pfortaderdruckmessung bestehen weitere mögliche Risiken, insbesondere Blutungen, Infektionen oder Gefässverletzungen.
Vor der Untersuchung klären wir Sie über den geplanten Eingriff, mögliche Alternativen und die individuellen Risiken auf.
Welche Vorteile bietet eine spezialisierte Endohepatologie?
Die Endohepatologie erweitert die diagnostischen Möglichkeiten der modernen Lebermedizin. Ihr besonderer Nutzen liegt in der Kombination unterschiedlicher Untersuchungen unter direkter endosonographischer Kontrolle.
Zu den möglichen Vorteilen gehören:
- Hochauflösende Bildgebung: Detaillierte Darstellung bestimmter Leberabschnitte, Gefässe und Gallenwege.
- Gezielte Diagnostik: Möglichkeit zur ultraschallgesteuerten Gewebeentnahme.
- Erweiterte Fibrosebeurteilung: Ergänzende Messung der Lebersteifigkeit durch EUS-SWE.
- Hämodynamische Untersuchung: Direkte Druckmessung bei ausgewählten Fragestellungen zur portalen Hypertension.
- Kombinierte Verfahren: Mehrere diagnostische Massnahmen können bei geeigneter Indikation innerhalb derselben Untersuchung erfolgen.
- Individuelle Therapieplanung: Zusätzliche Befunde können helfen, die weitere Behandlung gezielter festzulegen.
Welche Vorteile im Einzelfall tatsächlich bestehen, hängt von der zugrunde liegenden Erkrankung und den bereits vorhandenen Untersuchungsergebnissen ab.
Endohepatologie bei Vivomed – spezialisierte Leberdiagnostik in Bern
Bei Vivomed – Gastroenterologie Bern verbinden wir moderne endoskopische Diagnostik mit einer individuellen Betreuung von Patientinnen und Patienten mit Lebererkrankungen.
Die Endohepatologie ermöglicht uns, komplexe Fragestellungen mit spezialisierten Verfahren zu untersuchen und die Ergebnisse in ein umfassendes hepatologisches Behandlungskonzept einzuordnen.
Unser Leistungsspektrum umfasst:
- Endosonographie der Leber und des Pfortadersystems.
- Endosonographische Beurteilung der Leberstruktur.
- EUS-gesteuerte Leberbiopsie.
- Endosonographische Scherwellen-Elastographie.
- Endosonographische Pfortaderdruckmessung.
- Gastroenterologische und hepatologische Beurteilung chronischer Lebererkrankungen.
Wir betreuen Patientinnen und Patienten aus Bern sowie aus anderen Regionen der Schweiz und bieten eine spezialisierte Abklärung auch bei komplexen hepatologischen Fragestellungen.
Unser Anspruch ist eine medizinisch fundierte, präzise und möglichst schonende Diagnostik, die sich an Ihrer persönlichen gesundheitlichen Situation orientiert.
Häufige Fragen zur Endohepatologie (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen Hepatologie und Endohepatologie?
Die Hepatologie beschäftigt sich mit der Diagnostik und Behandlung von Lebererkrankungen. Die Endohepatologie ergänzt diese durch spezialisierte endoskopische und endosonographische Untersuchungsverfahren, beispielsweise EUS-Leberbiopsie, Elastographie und Pfortaderdruckmessung.
Ist eine Endosonographie der Leber schmerzhaft?
Die Endosonographie wird üblicherweise unter Sedation durchgeführt. Während der Untersuchung werden deshalb in der Regel keine Schmerzen wahrgenommen. Bei zusätzlichen invasiven Massnahmen können nach dem Eingriff vorübergehende Beschwerden auftreten.
Kann man eine Leberzirrhose mit Endosonographie erkennen?
Die Endosonographie kann strukturelle Veränderungen der Leber und Hinweise auf eine portale Hypertension darstellen. Zur Diagnose und Beurteilung einer Leberzirrhose werden jedoch verschiedene Untersuchungsverfahren kombiniert, insbesondere Laborwerte, Elastographie, Bildgebung und bei ausgewählten Fragestellungen eine Leberbiopsie.
Was ist der Unterschied zwischen FibroScan und EUS-SWE?
Der FibroScan misst die Lebersteifigkeit von aussen durch die Bauchdecke. Die EUS-SWE erfolgt dagegen über einen Ultraschallkopf im Inneren des Verdauungstrakts. Beide Methoden beruhen auf elastographischen Prinzipien, unterscheiden sich jedoch hinsichtlich des Zugangs, der Messbedingungen und des wissenschaftlichen Validierungsstands.
Wann benötigt man eine Leberbiopsie?
Eine Leberbiopsie kann erforderlich sein, wenn sich die Ursache oder das Ausmass einer Lebererkrankung durch Blutuntersuchungen und Bildgebung nicht ausreichend klären lässt oder das histologische Ergebnis eine wichtige Therapieentscheidung beeinflusst.
Wie wird ein erhöhter Pfortaderdruck festgestellt?
Hinweise auf eine portale Hypertension ergeben sich aus klinischen Befunden, Laboruntersuchungen, Bildgebung, Elastographie und dem Nachweis möglicher Komplikationen. Bei ausgewählten Patienten kann eine invasive Druckmessung erforderlich sein. Die EUS-PPG bietet hierfür einen spezialisierten endosonographischen Ansatz.
Kann eine Endohepatologie-Untersuchung mehrere Verfahren kombinieren?
Ja. Bei entsprechender medizinischer Indikation können beispielsweise eine Endosonographie, elastographische Messungen und eine Leberbiopsie innerhalb derselben Untersuchung erfolgen. Ob eine Kombination sinnvoll ist, wird individuell festgelegt.
Für welche Patienten ist eine Untersuchung bei Vivomed in Bern sinnvoll?
Eine spezialisierte endohepatologische Abklärung kann bei unklaren chronischen Lebererkrankungen, auffälligen Leberbefunden, Verdacht auf Fibrose oder Zirrhose sowie bei bestimmten Fragestellungen zur portalen Hypertension angezeigt sein. Auch bei bereits vorliegenden Befunden aus anderen Spitälern oder Praxen kann eine ergänzende Beurteilung sinnvoll sein.
Termin zur Abklärung von Lebererkrankungen bei Vivomed Bern
Sie haben erhöhte Leberwerte, eine bekannte Lebererkrankung oder benötigen eine spezialisierte Untersuchung der Leber, der Gallenwege oder des Pfortadersystems?
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E-Mail: vivomed@hin.ch
Wissenschaftliche Quellen und weiterführende Literatur
- Dhar J, Yadav A, Mitra S, et al. Endoscopic ultrasound guided liver biopsy and portal pressure gradient: when, why and how? Can it become the standard of care in endo-hepatology? Expert Review of Gastroenterology & Hepatology. 2025. DOI: 10.1080/17474124.2025.2469838.
- Advances in Endo-Hepatology: The Role of Endoscopic Ultrasound in the Management of Portal Hypertension. Diagnostics. 2025;15(8):967. DOI: 10.3390/diagnostics15080967.
- Recent advances in clinical practice endohepatology: the endoscopic liver rush. Gut. 2025. Originalpublikation.
- Endohepatology: Evolving Indications, Challenges, Unmet Needs and Opportunities. Gastro Hep Advances. 2026;5(2):100838. DOI: 10.1016/j.gastha.2025.100838.
- Adler DG. Top tips for EUS-guided portal pressure gradient measurement. Gastrointestinal Endoscopy. 2025;101(1):187–190. DOI: 10.1016/j.gie.2024.07.030.
Vivomed - Gastroenterologie Bern – Ihre Facharztpraxis für Magen-Darm-Erkrankungen, Hepatologie und endoskopische Adipositastherapie.
Medizinisch geprüft durch Dr. med. Stefan H. Schlosser, Facharzt FMH für Gastroenterologie und Allgemeine Innere Medizin, FEBGH. Zuletzt fachlich geprüft Oktober 2026. Die Informationen ersetzen keine individuelle ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Therapieempfehlung.