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Hepatitis C (HCV): eine heilbare Erkrankung.

Hepatitis C ist eine Leberentzündung, die durch Hepatitis-C-Viren ausgelöst wird. Man kann sich mit dem Virus anstecken, wenn es in den Blutkreislauf gelangt. Viele der Betroffenen infizieren sich beim Drogenkonsum über gemeinsam benutzte Spritzen und anderes Zubehör. 

Es gibt zwei Formen der Erkrankung:

  • akute Hepatitis C: Die Ansteckung liegt nicht länger als sechs Monate zurück.
  • chronische Hepatitis C: Die Infektion dauert länger als sechs Monate an. Sie kann unter anderem die Leber langfristig stark schädigen.

Wird die Infektion rechtzeitig erkannt und behandelt, kann sie geheilt werden, bevor es zu Folgeerkrankungen kommt.

Eine chronische Hepatitis C kann zu allgemeinen Beschwerden wie Müdigkeit führen, aber auch psychisch belasten und die Lebensqualität deutlich einschränken. Bei starken Leberschäden kann eine Transplantation notwendig werden.

Symptome

Eine Hepatitis C bleibt zunächst oft unbemerkt. Nur manchmal kommt es in den ersten Wochen oder Monaten nach der Ansteckung zu Beschwerden. Dazu zählen eher allgemeine Symptome wie: 

  • Müdigkeit
  • Leistungsschwäche
  • Übelkeit
  • Schmerzen im Oberbauch 
  • grippeähnliche Symptome

Selten färben sich die Haut oder der weiße Teil der Augen gelb. Das wird als Gelbsucht oder Ikterus bezeichnet.

Wird die Hepatitis C chronisch, kommt es häufig erst nach Jahren zu stärkeren Beschwerden. Diese sind meist ein Anzeichen dafür, dass die Leber oder andere Organe durch die chronische Entzündung geschädigt wurden.

Ursachen

Das Hepatitis-C-Virus gelangt über direkten Blutkontakt in den Körper – also, wenn das Blut einer infizierten Person in den Blutkreislauf einer anderen gelangt. Dazu kommt es in Deutschland hauptsächlich beim Drogenkonsum – zum Beispiel, wenn man Spritzen mit anderen teilt. Auch über gemeinsam benutzte Pfeifen, Schnupfröhrchen oder andere Utensilien ist eine Übertragung möglich, wenn die Beteiligten kleine Wunden an den Lippen, im Mund oder in der Nase haben.

Sehr selten wird Hepatitis C beim Sex übertragen. Dies passiert am ehesten, wenn es über kleine Verletzungen zu direktem Blutkontakt kommt – zum Beispiel bei Praktiken, bei denen man sich (oft unbemerkt) verletzen kann. Auch während der Regelblutung ist eine Übertragung möglich, wenn das Menstruationsblut mit Wunden der Partnerin oder des Partners in Kontakt kommt.

Auch in Gesundheitsberufen sind Ansteckungen möglich – etwa durch Stichverletzungen mit OP-Besteck oder Spritzen, die mit dem Virus in Kontakt gekommen sind. Das Ansteckungsrisiko liegt dann aber unter 1 %. Noch viel seltener infizieren sich Patientinnen und Patienten, beispielsweise bei chirurgischen Eingriffen oder einer Dialyse.

Etwa 5 % der infizierten Schwangeren übertragen das Virus auf das Kind – meist bei der Geburt.

Bei über 40 % der infizierten Personen bleibt aber unklar, auf welchem Weg sie sich angesteckt haben. Auch bei Organspenden wird auf Hepatitis C getestet. Hepatitis C wird nicht durch Niesen, Küssen oder Umarmen übertragen.

Häufigkeit

Pro Jahr erkranken etwa 5 von 100.000 Personen neu an einer Hepatitis C. Die meisten Erkrankten sind Erwachsene.

Verlauf

Zwischen einer Ansteckung und dem Erkrankungsbeginn vergehen zwei Wochen bis sechs Monate. Die meisten Betroffenen bemerken die Infektion zunächst nicht, weil sie keine oder nur allgemeine Symptome haben, die auch viele andere Ursachen haben können. Bei manchen Menschen bekämpft das Immunsystem das Virus in den ersten sechs Monaten erfolgreich: Etwa 20 bis 40 % der Infizierten werden ohne Behandlung wieder gesund. Bei circa 60 bis 80 % der Betroffenen kann das Immunsystem das Virus jedoch nicht beseitigen. Bei ihnen entwickelt sich eine dauerhafte (chronische) Entzündung der Leber, die nur sehr selten ohne Medikamente ausheilt. Auch sie bleibt oft lange unbemerkt. Später kommt es häufig zu Leberschäden. Man kann sich mehrmals mit Hepatitis C infizieren. Eine überstandene Infektion schützt nicht vor einer erneuten Erkrankung.

Folgen

Durch eine chronische Hepatitis C kann das entzündete Gewebe der Leber verhärten und vernarben. Dieser Vorgang wird Leberfibrose genannt. Dadurch arbeitet die Leber immer schlechter. Wenn die Fibrose fortschreitet, entwickelt sich eine Schrumpfleber (Leberzirrhose). Dann ist die Leber meist dauerhaft geschädigt. Bei einer stark fortgeschrittenen Leberzirrhose kann es zum Leberversagen kommen.

Bis zu 20 % der Menschen mit chronischer Hepatitis C entwickeln innerhalb von 20 Jahren eine Leberzirrhose. Etwa die Hälfte der Menschen mit Leberzirrhose stirbt innerhalb von fünf Jahren. Eine Leberzirrhose erhöht zudem das Risiko für eine Krebserkrankung der Leber.

Infolge einer schweren Leberschädigung kann sich an verschiedenen Stellen im Körper Flüssigkeit ansammeln. Typisch ist eine von außen sichtbare Wasseransammlung im Bauchraum (Aszites). Wenn das Blut nicht mehr normal durch die geschädigte Leber fließen kann und deshalb zu viel Blut in die kleinen Venen der Speiseröhre oder des Mageneingangs ausweicht, können sich dort auch Krampfadern (Varizen) bilden. Diese bluten häufig leicht, manchmal auch stark und sogar lebensbedrohlich.

Eine chronische Hepatitis C kann auch das Risiko für weitere Krankheiten erhöhen. Dazu zählen:

  • Gefäßentzündungen
  • Lymphdrüsenkrebs
  • Stoffwechselerkrankungen (beispielsweise Schilddrüsenerkrankungen oder Diabetes mellitus)
  • Erkrankungen der Niere
  • Hautkrankheiten 
  • Juckreiz

Hepatitis C kann auch mit psychischen Beschwerden bis hin zu einer Depression einhergehen. Beschwerden wie Leistungsschwäche können dabei eine Rolle spielen, aber auch, dass sich manche Erkrankte sozial zurückziehen.

Gelegentlich tritt eine Hepatitis C gemeinsam mit einer Hepatitis B oder einer HIV-Infektion auf, weil diese ähnlich übertragen werden. Dann ist das Risiko für Folgeschäden besonders hoch.

Diagnose

Hepatitis C kann mit einer Blutuntersuchung festgestellt werden. Dazu werden nacheinander verschiedene Tests durchgeführt:

  • Test auf Antikörper: Antikörper sind ab etwa acht Wochen nach der Ansteckung nachweisbar. Sie verbleiben nach einer überstandenen Infektion im Blut. Daher bedeutet ein positives Testergebnis nicht, dass man aktuell erkrankt ist – sondern dass man sich irgendwann im Leben mit dem Virus infiziert hat.
  • Test auf das Virus: Werden Antikörper gefunden, wird anschließend geprüft, ob das Virus im Blut nachweisbar ist. Ist dies der Fall, hat man Hepatitis C und kann das Virus auf andere Menschen übertragen. Viren sind bereits wenige Tage nach der Ansteckung nachweisbar.
  • Test auf den Virustyp: Vor der Therapie werden manchmal die genetischen Eigenschaften des Virus bestimmt. Dies ist in bestimmten Situationen wichtig, um wirksame Medikamente auszuwählen – zum Beispiel bei Menschen mit schweren Leberschäden.

Wird eine Hepatitis C festgestellt, folgen weitere Untersuchungen. Durch Blutuntersuchungen und per Ultraschall prüft der Arzt, ob die Leber bereits geschädigt ist (Fibroscan / Lebersteifigkeit / Elastografie). 

Nur selten ist es notwendig, unter örtlicher Betäubung Lebergewebe (Leberbiopsie) zu entnehmen und zu untersuchen (Leberbiopsie). Zudem wird bei nachgewiesener Hepatitis C auch ein Test auf Hepatitis A, Hepatitis B und HIV empfohlen.

Früherkennung

Wer vermutet, sich mit Hepatitis C angesteckt zu haben, kann sich jederzeit testen lassen.

Bei einem erhöhten Risiko für Hepatitis C wird empfohlen, sich mindestens einmal jährlich testen zu lassen. Dies gilt insbesondere für Menschen, die Drogen spritzen. Medizinisches und pflegerisches Personal wird im Rahmen von betriebsärztlichen Untersuchungen auf Hepatitis C getestet.

Vorbeugung

Vor einer Ansteckung mit Hepatitis C kann man sich schützen, indem man vermeidet, dass das Blut infizierter Personen in den eigenen Körper gelangt. Wer Drogen konsumiert, sollte nur die eigenen Utensilien verwenden. In vielen Städten gibt es Drogenkonsumräume oder andere Einrichtungen der Drogenhilfe. Dort können Drogen unter medizinischer Aufsicht injiziert und gebrauchte Spritzen oder andere Utensilien gegen neue getauscht werden. Darüber hinaus gibt es weitere Hilfen – auch, um vom Drogenkonsum loszukommen. 

Beschäftigte im Gesundheitswesen können Infektionen durch gängige Hygiene- und Schutzmaßnahmen vermeiden. Dazu zählen beispielsweise das Tragen von Handschuhen, Händedesinfektion und Vorsicht beim Umgang mit Kanülen.

Beim Sex können Kondome vor einer Übertragung über kleine Wunden im Mund, am Penis, in der Vagina oder im After schützen. Bei vaginalem Sex schützen auch Femidome.

Wenn eine schwangere Frau Hepatitis C hat, überträgt sie das Virus eher selten auf das Kind. Während einer Schwangerschaft und der Geburt lässt sich nicht viel tun, um das Ansteckungsrisiko für das Kind weiter zu senken. Denn Medikamente gegen Hepatitis C sind für Schwangere nicht zugelassen. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass ein Kaiserschnitt das Ansteckungsrisiko bei der Geburt verringert. Stillen ist meist möglich. Bei blutigen Wunden an der Brustwarze schützen Stillhütchen. Zudem können betroffene Mütter eine Stillberatung in Anspruch nehmen.

Anders als bei Hepatitis A und B gibt es keine Impfung, die vor einer Ansteckung mit Hepatitis C schützt.

Behandlung

Bei einer chronischen Hepatitis C wird die Behandlung so schnell wie möglich begonnen. Bei einer akuten Hepatitis C kann manchmal einige Wochen abgewartet werden, ob sie von selbst ausheilt. Da die Infektion aber häufig bestehen bleibt, wird oft zu einer raschen Behandlung geraten.

Es gibt hochwirksame und gut verträgliche Medikamente gegen Hepatitis C. Diese werden meist 8 oder 12 Wochen lang eingenommen. Die Medikamente hemmen die Vermehrung der Viren. Es stehen verschiedene Präparate zur Verfügung. Welche infrage kommen, hängt unter anderem davon ab, wie stark die Leber geschädigt ist. Die Medikamente sind für Erwachsene und Kinder ab drei Jahren zugelassen. 

Ist die Leber stark geschädigt, kommt eine Lebertransplantation infrage.

Mehr Wissen: Wann kommt eine Behandlung infrage?

Ist die Infektion weniger als ein halbes Jahr her, spricht man von einer akuten Hepatitis C. Bei etwa 20 bis 40 von 100 Menschen heilt eine akute Infektion von allein aus und hat keine Folgen. Deshalb kann manchmal zunächst beobachtet werden, wie sie sich entwickelt. Dies gilt in erster Linie für Menschen, die eine gute Chance haben, ohne Behandlung gesund zu werden, und kein erhöhtes Risiko haben, das Virus auf andere zu übertragen (zum Beispiel beim Drogenkonsum).

Sinkt aber die Virusmenge im Blut (Viruslast) innerhalb von vier Wochen nicht deutlich, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Hepatitis C chronisch wird. Dann wird eine Behandlung empfohlen.

Eine chronische Hepatitis C heilt nur sehr selten von allein aus und führt häufig zu Leberschäden und weiteren Erkrankungen. Daher empfehlen Fachleute, die Therapie so schnell wie möglich zu beginnen.

Was ist bei Kinderwunsch und Schwangerschaft zu beachten?

Die Medikamente sind nicht für schwangere und stillende Frauen zugelassen. Denn wie wirksam und sicher sie für die Schwangere und das Kind sind, ist nicht ausreichend untersucht.

Während der Behandlung einer Hepatitis C ist es daher wichtig, gut zu verhüten. Falls eine Frau Ribavirin einnimmt, ist eine sichere Verhütung bis neun Monate nach Ende der Behandlung notwendig, da dieser Wirkstoff lange im Körper bleibt. Nimmt ihr Partner Ribavirin ein, wird eine sichere Verhütung bis zu sechs Monate nach Ende der Behandlung empfohlen. Der Grund: Ribavirin findet sich auch in Spermien und bislang kann nicht ausgeschlossen werden, dass dies die Entwicklung des Fötus beeinflusst. Für Frauen mit Kinderwunsch und erhöhtem Infektionsrisiko kann es sinnvoll sein, sich auf Hepatitis C testen zu lassen. Falls eine Behandlung nötig ist, kann diese dann vor einer Schwangerschaft abgeschlossen werden.

Wer behandelt eine Hepatitis C?

Die Erkrankung behandeln Fachärzte für Innere Medizin und Gastroenterologie (Magen-Darm-Erkrankungen). Das Fachgebiet für Lebererkrankungen nennt sich Hepatologie und ist der Gastroenterologie angegliedert. Aber auch Fachärztinnen und Fachärzte für Infektionskrankheiten sowie erfahrene Hausärzte können Hepatitis C behandeln. Bei fortgeschrittenen Leberschäden wird empfohlen, sich bei einem Facharzt für Gastroenterologie behandeln zu lassen, der auch eine hepatologische Standortbestimmung und Weiterbetreuung gewährleisten kann. Bei Vivomed besteht die Erfahrung das wir auch komplexen Situationen unserer Patienten gerecht werden.   

Welche Medikamente stehen zur Verfügung?

Bei den antiviralen Medikamenten gibt es verschiedene Wirkstoffgruppen. Alle hemmen die Vermehrung der Hepatitis-C-Viren, jedoch auf unterschiedlichen Wegen:

  • Polymerase-Hemmer: Sie hemmen bestimmte Enzyme (Polymerasen), die für die Bildung der Erbinformationen des Virus zuständig sind. Dazu zählt der Wirkstoff Sofosbuvir.
  • Protease-Hemmer: Sie hemmen andere Enzyme (Proteasen), die dafür sorgen, dass sich das Virus vermehrt. Dazu gehören die Wirkstoffe Glecaprevir, Grazoprevir und Voxilaprevir.
  • NS5A-Hemmer: Sie hemmen ebenfalls die Vermehrung der Erbinformationen, wirken aber auch noch auf anderen Wegen. Dazu zählen die Wirkstoffe Pibrentasvir, Elbasvir, Ledipasvir und Velpatasvir.
  • Ribavirin: Der Wirkmechanismus dieser Substanz ist nicht genau bekannt.

In der Regel werden Medikamente verwendet, die 2 oder 3 Wirkstoffe aus unterschiedlichen Gruppen enthalten. Ribavirin wird von manchen Menschen schlechter vertragen als die anderen Medikamente und deshalb nur selten angewendet.

Wie läuft die Behandlung ab?

Meist nimmt man die Medikamente 8 oder 12 Wochen lang ein, seltener 16 oder 24 Wochen – und zwar einmal täglich in Form von Tabletten oder als Granulat für Kinder. Die Behandlung findet in der Regel ambulant statt. Damit die Mittel so wirksam wie möglich sind, ist es wichtig, sie durchgehend über den empfohlenen Zeitraum anzuwenden.

Zwölf Wochen nach Ende der Therapie (sustained virological response SVR12) wird kontrolliert, ob das Virus noch im Blut ist. Wenn nicht, sind meist keine weiteren Untersuchungen nötig. Menschen, deren Leber durch die Hepatitis C bereits stark geschädigt ist, werden aber auch nach der Therapie regelmäßig untersucht. Denn bei ihnen ist das Risiko für Folgeerkrankungen wie Leberkrebs (HCC) weiterhin erhöht.

Wie wird entschieden, welche Medikamente ich bekomme?

Die meisten Medikamente wirken gegen alle Hepatitis-C-Virustypen. Daher können viele Menschen mit einem dieser Medikamente behandelt werden. Nur manchmal hängt die Entscheidung von bestimmten Faktoren ab. Dazu gehört,

  • wie stark die Leber geschädigt ist
  • ob weitere Erkrankungen bestehen, zum Beispiel eine Nierenschwäche
  • welche weiteren Medikamente eingenommen werden
  • welche Nebenwirkungen die Medikamente haben können und
  • ob die Hepatitis C schon einmal behandelt wurde.

Manche Medikamente wirken gezielt gegen bestimmte Virustypen. Dann ist es wichtig, vor Beginn der Behandlung den Virustyp zu bestimmen. Eine solche Bestimmung ist auch wichtig bei Menschen, die schwere Leberschäden oder eine starke Nierenschwäche (Niereninsuffizienz) haben oder bei denen ein anderes Medikament nicht ausreichend gewirkt hat. Mit einer Blutuntersuchung prüfen Ärztinnen und Ärzte dann die genetischen Eigenschaften des Virus und wählen das passende Medikament. In einfachen Fällen kommen pangenoypisch wirksame Medikamente zum Einsatz.

Wie wirksam sind die Medikamente?

Nach Abschluss der Behandlung sind die meisten Menschen frei vom Hepatitis-C-Virus: Bei etwa 95 von 100 Erkrankten ist kein Virus mehr nachweisbar – und sie sind auch nicht mehr ansteckend. Zu einem Rückfall kommt es nach einer zunächst erfolgreichen Behandlung bei weniger als 1 von 100 Behandelten. Dann kann erneut behandelt werden.

Gut zu wissen: Nach einer ausgeheiltenHepatitis C kann man sich neu mit dem Virus anstecken, weil man nach einer Erkrankung nicht immun dagegen ist.

Die Behandlung senkt zudem das Risiko für Folgeerkrankungen. Auch Menschen mit Leberschäden profitieren von den Medikamenten. Leberschäden können sich sogar zurückbilden, wenn Hepatitis C erfolgreich behandelt wurde. Da sich eine geschädigte Leber aber oft nicht vollständig erholen kann, ist das Risiko für bestimmte Folgeerkrankungen wie Leberkrebs weiterhin erhöht. Daher wird Menschen mit Leberschäden empfohlen, sich zweimal im Jahr untersuchen zu lassen.

Woran liegt es, wenn die Medikamente nicht wirken?

Wenn eine Therapie nicht anschlägt, liegt dies meist daran, dass die Viren resistent (widerstandsfähig) gegen einen oder mehrere der eingenommenen Wirkstoffe sind. Eine Resistenz lässt sich mit einer Blutuntersuchung erkennen. Die Behandlung kann anschließend mit einer anderen Wirkstoff-Kombination fortgesetzt werden.

Welche Nebenwirkungen haben die Medikamente?

Die Medikamente sind meist gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen sind:

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Müdigkeit
  • Hautreaktionen

Bei etwa 8 von 100 Menschen kommt es zu leichten Nebenwirkungen. Nur sehr wenige brechen deshalb die Therapie ab. Welche unerwünschten Wirkungen wie häufig auftreten, hängt vom Medikament ab. So führt Ribavirin häufiger zu bestimmten Nebenwirkungen als andere Wirkstoffe, zum Beispiel zu Blutarmut.

Schwere Nebenwirkungen sind selten. Bei folgenden Begleiterkrankungen überwachen Ärztinnen und Ärzte die Behandlung aber besonders sorgfältig:

  • Hepatitis B
  • schwere Nierenschwäche
  • Störung der Leberfunktion

Auch Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind möglich. Deshalb ist es wichtig, die Ärztin oder den Arzt über alle Medikamente zu informieren, die man bereits einnimmt. Dazu zählen auch rezeptfreie Arzneimittel und Naturheilmittel. Wer Drogen konsumiert, sollte auch diese nennen.

Kommen Medikamente bei fortgeschrittenen Leberschäden infrage?

Auch wenn die Leber bereits geschädigt ist, sind die Medikamente wirksam. Bei fortgeschrittenen Leberschäden wirken die Medikamente nicht mehr ganz so gut und das Risiko von Nebenwirkungen ist etwas höher. Protease-Hemmer kommen bei fortgeschrittenen Leberschäden nicht infrage, da sie dann vermutlich häufiger schwere Nebenwirkungen haben.

Wie werden Kinder und Jugendliche behandelt?

Eine Hepatitis C kann bei Kindern und Jugendlichen ebenfalls wirksam behandelt werden. Für Kinder ab drei Jahren sind einige der antiviralen Medikamente zugelassen, die dann niedriger dosiert sind als für Erwachsene. Auch Kinder und Jugendliche vertragen die Medikamente meist gut. Schwere Nebenwirkungen sind selten.

Gibt es Alternativen zu den antiviralen Medikamenten?

Früher wurde eine Hepatitis C mit sogenannten Interferonen behandelt. Diese hemmen ebenfalls die Vermehrung der Viren. Sie sind aber weniger wirksam als die antiviralen Medikamente und haben deutlich mehr Nebenwirkungen. Deshalb werden sie zur Behandlung nicht mehr empfohlen. Davon abgesehen sind keine Mittel bekannt, die bei einer Hepatitis C wirksam sind. Manchmal werden naturheilkundliche Mittel angeboten, die aber keinen nachgewiesenen Nutzen haben.

Wann kommt eine Lebertransplantation infrage?

Eine Hepatitis C kann die Leber stark schädigen – bis hin zum lebensbedrohlichen Leberversagen. Die Ärztin oder der Arzt kann anhand von Blutwerten und weiteren Untersuchungen die Schwere der Erkrankung einschätzen. Je nach Situation kommt dann eine Lebertransplantation infrage. Dabei wird die erkrankte Leber entfernt und durch eine gespendete Leber oder einen Teil einer Leber ersetzt. Bei Leberzellkrebs in einem frühen Stadium ist ebenfalls eine Lebertransplantation möglich.

Muss ich bei Hepatitis C auf die Ernährung achten?

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist grundsätzlich sinnvoll. Eine spezielle Ernährung ist bei Hepatitis C aber meist nicht notwendig. Wenn die Leber durch eine Zirrhose bereits schwer geschädigt ist, kann dies jedoch Folgen für den Stoffwechsel haben. Denn die Leber nimmt Nährstoffe wie Kohlenhydrate und Eiweiße auf und verarbeitet sie weiter. Funktioniert dies nicht mehr richtig, fehlt dem Körper die Energie aus der Nahrung und es kommt zu Mangelerscheinungen. Dann kann es nach ärztlicher Absprache sinnvoll sein, sich anders zu ernähren. Zum Beispiel ist es wichtig, genug Eiweiße und Kalorien zu sich zu nehmen. Es wird dann auch empfohlen, spätabends noch etwas zu essen, um die Dauer bis zur nächsten Mahlzeit zu verkürzen. Eine Ernährungsberatung kann dabei helfen, sich trotz der eingeschränkten Leberfunktion ausreichend mit Nährstoffen zu versorgen. Da Alkohol die Leber schädigt, ist es sinnvoll, den Konsum stark zu beschränken oder besser ganz darauf zu verzichten.

Leben und Alltag

Soweit es die Beschwerden durch die Erkrankung zulassen, kann man mit Hepatitis C normal weiterleben. Abgesehen von ein paar Vorsichtsmaßnahmen gibt es keinen Grund, sich im Alltag einzuschränken. Durch die Vorsichtsmaßnahmen soll das eigene Blut nicht mit dem Blut anderer in Berührung kommen. Menschen mit Hepatitis C dürfen weiter in allen Berufen arbeiten, auch im Gesundheitswesen.

Besonders die chronische Hepatitis C wirkt sich auf die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden aus. Viele Betroffene schämen sich für ihre Erkrankung oder fühlen sich schuldig. Sie befürchten oder erleben, dass sie wegen ihrer Krankheit ausgegrenzt werden. Deshalb ziehen sich einige von anderen Menschen zurück. Außerdem haben viele Angst, andere anzustecken, und vermeiden deshalb Kontakte.

Zusammenfassung Hepatitis C: 

HCV ist mittlerweise eine heilbare Erkrankung. Hoffnung bieten vor allem die guten Behandlungsmöglichkeiten. Zudem können Schutzmaßnahmen Ansteckungen verhindern.