Spezialisierte Abklärung von Schluckstörungen, Reflux, Reizdarm, chronischer Verstopfung und Stuhlinkontinenz.
In der spezialisierten Sprechstunde bei Vivomed klären wir funktionelle und neuromuskuläre Störungen des Verdauungstrakts ab. Dazu gehören Schluckstörungen, Refluxbeschwerden, Reizdarm, chronische Verstopfung, erschwerte Darmentleerung und Stuhlinkontinenz.
Moderne gastroenterologische Funktionsdiagnostik kann zeigen, wie Speiseröhre, Schliessmuskeln, Enddarm und Beckenboden zusammenarbeiten. Dadurch lässt sich die Behandlung gezielter auf die zugrunde liegende Funktionsstörung abstimmen.
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- Behandlungsmöglichkeiten
- Häufige Fragen
Wann ist eine neurogastroenterologische Abklärung sinnvoll?
Eine spezialisierte Abklärung kann sinnvoll sein, wenn Beschwerden trotz bisheriger Untersuchungen bestehen bleiben, wenn ein funktionelles Problem vermutet wird oder wenn vor einer gezielten Behandlung eine genaue Funktionsmessung erforderlich ist.
- Schluckbeschwerden oder Steckenbleiben von Nahrung
- Brustschmerzen ohne nachgewiesene kardiale Ursache
- Sodbrennen oder Reflux trotz Behandlung
- Verdacht auf Achalasie oder einen Ösophagusspasmus
- Reizmagen oder funktionelle Oberbauchbeschwerden
- Reizdarmsyndrom
- chronische Verstopfung
- Gefühl einer unvollständigen Darmentleerung
- starkes Pressen oder Blockadegefühl beim Stuhlgang
- Stuhlinkontinenz oder unbemerkter Stuhlverlust
- unklare Blähungen oder vermutete Unverträglichkeiten
Was bedeutet Neurogastroenterologie?
Die Neurogastroenterologie beschäftigt sich mit dem Zusammenspiel von Nervensystem, Darm-Hirn-Achse, Verdauungstrakt und Beckenboden. Beschwerden können entstehen, wenn Bewegungsabläufe, Wahrnehmung oder Koordination im Verdauungssystem verändert sind.
Solche Beschwerden sind real und können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen, auch wenn bei einer Magen- oder Darmspiegelung keine sichtbare organische Erkrankung gefunden wurde.
Ziel der Sprechstunde ist nicht, möglichst viele Untersuchungen durchzuführen. Zunächst wird geklärt, welche Fragestellung besteht und welche Untersuchung das weitere Vorgehen tatsächlich beeinflussen kann.
Funktionsdiagnostische Untersuchungen bei Vivomed
Die Auswahl der Untersuchung richtet sich nach den Beschwerden, bisherigen Befunden und der konkreten medizinischen Fragestellung. Nicht jede Patientin und jeder Patient benötigt das gesamte diagnostische Angebot.
Hochauflösende Ösophagusmanometrie
Die hochauflösende Manometrie misst die Druckverhältnisse und Bewegungsabläufe in der Speiseröhre. Sie wird insbesondere bei Schluckbeschwerden, Verdacht auf Achalasie, Ösophagusspasmen oder vor bestimmten Antireflux-Eingriffen eingesetzt.
Eine dünne Messsonde wird über die Nase in die Speiseröhre eingeführt. Während der Untersuchung werden standardisierte Schlucke durchgeführt. Die Auswertung erfolgt nach etablierten manometrischen Kriterien.
24-Stunden-Impedanz-pH-Metrie
Die Impedanz-pH-Metrie erfasst sauren und nicht sauren Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre. Gleichzeitig kann geprüft werden, ob gemessene Refluxereignisse zeitlich mit Beschwerden wie Sodbrennen, Aufstossen, Husten oder Brustschmerzen zusammenhängen.
Die Messung erfolgt ambulant über eine dünne nasale Sonde und bildet den Reflux unter möglichst normalen Alltagsbedingungen ab.
Drahtlose Bravo-pH-Messung
Bei der Bravo-pH-Messung wird während einer Gastroskopie eine kleine Messkapsel in der Speiseröhre befestigt. Sie überträgt die Säurewerte drahtlos an ein Aufzeichnungsgerät.
Die längere Messdauer kann insbesondere bei wechselnden Beschwerden oder Unverträglichkeit einer nasalen Messsonde hilfreich sein.
Hochauflösende anorektale Manometrie
Die anorektale Manometrie untersucht Druck, Sensibilität und Koordination von Enddarm, Schliessmuskeln und Beckenboden. Sie wird zur Abklärung von chronischer Verstopfung, erschwerter Darmentleerung und Stuhlinkontinenz eingesetzt.
Dabei wird eine dünne Sonde mit einem kleinen Ballon in den Enddarm eingeführt. Gemessen werden unter anderem Ruhetonus, willkürliches Anspannen, Pressen und die Reaktion auf eine Ballonfüllung.
Ballonexpulsionstest
Der Ballonexpulsionstest ergänzt die anorektale Manometrie. Er prüft, ob ein mit Wasser gefüllter Ballon unter standardisierten Bedingungen entleert werden kann.
Der Test liefert Hinweise auf eine mögliche Koordinationsstörung des Beckenbodens, sollte aber immer zusammen mit Beschwerden und manometrischen Befunden beurteilt werden.
H2-Atemtests
Atemtests können bei ausgewählten Fragestellungen Hinweise auf eine Laktose- oder Fruktosemalabsorption beziehungsweise eine bakterielle Fehlbesiedelung des Dünndarms liefern.
Ergebnisse müssen im klinischen Zusammenhang interpretiert werden. Ein positiver oder negativer Atemtest erklärt Beschwerden nicht automatisch vollständig.
Magenspiegelung und Darmspiegelung
Funktionsdiagnostik und Endoskopie beantworten unterschiedliche Fragen. Eine Magen- oder Darmspiegelung untersucht vor allem sichtbare organische Veränderungen. Funktionsuntersuchungen beurteilen hingegen Bewegungsabläufe, Druckverhältnisse, Reflux und die Koordination des Beckenbodens.
Je nach Beschwerden können sich beide Methoden sinnvoll ergänzen.
Behandlung von Motilitäts- und Darm-Hirn-Interaktionsstörungen
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Funktionsstörung. Ein unauffälliger endoskopischer Befund bedeutet nicht, dass keine behandelbare Ursache vorliegt. Entscheidend ist, Beschwerden, objektive Funktionsbefunde und persönliche Belastung gemeinsam zu beurteilen.
Mögliche Behandlungsbausteine
- individuelle Ernährungsanpassung
- gezielte medikamentöse Behandlung
- Regulation der Stuhlkonsistenz
- Behandlung von Reflux oder Motilitätsstörungen
- Beckenbodenphysiotherapie
- Biofeedback bei geeigneter Beckenbodendysfunktion
- Verhaltenstherapie oder psychologische Unterstützung bei Bedarf
- Behandlung von Schlaf-, Stress- und Belastungsfaktoren
- endoskopische oder chirurgische Therapie bei klarer Indikation
Physiotherapie, Biofeedback und andere ergänzende Behandlungen werden bei entsprechender Indikation mit spezialisierten Partnern koordiniert.
Reizdarm und andere Darm-Hirn-Interaktionsstörungen
Das Reizdarmsyndrom gehört zu den Störungen der Darm-Hirn-Interaktion. Die Diagnose wird anhand typischer Beschwerden und einer gezielten medizinischen Abklärung gestellt. Warnzeichen und andere Erkrankungen müssen abhängig von der individuellen Situation ausgeschlossen werden.
Die Behandlung kann Ernährung, Medikamente, Bewegung, Regulation des Stuhlgangs und Verfahren zur Beeinflussung der Darm-Hirn-Achse umfassen. Die Auswahl richtet sich danach, ob beispielsweise Schmerzen, Durchfall, Verstopfung oder Blähungen im Vordergrund stehen.
So läuft die Abklärung ab
- Vorgespräch: Wir besprechen Beschwerden, Verlauf, bisherige Untersuchungen, Medikamente und Behandlungsversuche.
- Vorbefunde prüfen: Bereits vorhandene Endoskopie-, Bildgebungs- und Laborbefunde werden einbezogen, um unnötige Wiederholungen zu vermeiden.
- Funktionsdiagnostik planen: Wir wählen gezielt die Untersuchung aus, die die konkrete klinische Frage beantworten kann.
- Resultate besprechen: Die Messwerte werden im Zusammenhang mit Ihren Beschwerden erläutert.
- Therapie festlegen: Sie erhalten einen individuellen Behandlungs- und Verlaufskontrollplan.
Bitte bringen Sie vorhandene Arztberichte, Endoskopie- und Operationsberichte, Ihre Medikamentenliste sowie bereits durchgeführte Funktionsuntersuchungen zum Termin mit.
Neurogastroenterologische Abklärung bei Vivomed Bern
Vivomed verbindet die gastroenterologische Sprechstunde mit moderner Endoskopie und spezialisierter Funktionsdiagnostik des oberen und unteren Verdauungstrakts.
- hochauflösende Ösophagusmanometrie
- 24-Stunden-Impedanz-pH-Metrie
- drahtlose Bravo-pH-Messung
- hochauflösende anorektale Manometrie
- Ballonexpulsionstest
- Atemtests bei ausgewählten Fragestellungen
- Endoskopie und Ultraschall bei medizinischer Indikation
- persönliche fachärztliche Befundbesprechung
- Koordination ergänzender Behandlungen
- zentrale Lage am Waisenhausplatz in Bern
Häufige Fragen zur Neurogastroenterologie
Was ist eine Motilitätsstörung?
Bei einer Motilitätsstörung sind Bewegungsabläufe oder die Koordination im Verdauungstrakt verändert. Betroffen sein können unter anderem Speiseröhre, Magen, Darm, Enddarm oder Beckenboden.
Was untersucht eine Ösophagusmanometrie?
Die Ösophagusmanometrie misst Druck und Bewegungsabläufe in der Speiseröhre. Sie hilft beispielsweise bei der Diagnose von Achalasie, Spasmen und anderen Schluckstörungen.
Wann ist eine anorektale Manometrie sinnvoll?
Sie kann bei chronischer Verstopfung, unvollständiger Darmentleerung, Verdacht auf eine Beckenbodendyssynergie oder Stuhlinkontinenz eingesetzt werden.
Kann ein Reizdarm diagnostisch nachgewiesen werden?
Es gibt keinen einzelnen Labor-, Endoskopie- oder Atemtest, der ein Reizdarmsyndrom beweist. Die Diagnose beruht auf typischen Beschwerden und einer gezielten Abklärung, die relevante andere Ursachen berücksichtigt.
Wo kann ich eine funktionsdiagnostische Untersuchung für Speiseröhre oder Defäkationsstörung in Bern machen lassen?
Vivomed – Gastroenterologie Bern
Waisenhausplatz 28, 3011 Bern
Telefon: +41 31 333 32 36
E-Mail: vivomed@hin.ch
Leitlinien und weiterführende Informationen
- European Society of Neurogastroenterology and Motility. Guidelines and Consensus Papers. ESNM Guidelines
- Schweizer Netzwerk für Neurogastroenterologie und Motilität. Informationen zu Motilitäts- und Darm-Hirn-Interaktionsstörungen. SwissNGM
- European Society of Gastrointestinal Endoscopy. Endoscopic management of gastrointestinal motility disorders. ESGE-Leitlinienübersicht
Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine individuelle ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Therapieempfehlung.
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