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Bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms (SIBO - small intestinal bacterial overgrowth)

Was ist der H2-Lactulose-Atemtest?

Der H2-Lactulose-Atemtest ist ein diagnostisches Verfahren zur Feststellung einer Dünndarmfehlbesiedlung (Small Intestinal Bacterial Overgrowth, SIBO). Dabei handelt es sich um eine übermäßige Besiedlung des Dünndarms mit Bakterien, die normalerweise im Dickdarm vorkommen. Diese Fehlbesiedlung kann zu Verdauungsproblemen wie Blähungen, Durchfall oder Bauchschmerzen führen.

Wann ist ein H2-Lactulose-Atemtest sinnvoll?

Ein H2-Lactulose-Atemtest wird empfohlen, wenn folgende Symptome auftreten:

  • Blähungen (oft kurz nach dem Essen)
  • Durchfall oder wechselhafte Stuhlgewohnheiten
  • Bauchschmerzen oder -krämpfe
  • Übelkeit
  • Nährstoffmangel oder ungewollter Gewichtsverlust

Der Test wird häufig bei Patienten mit Reizdarmsyndrom oder chronischen Verdauungsproblemen eingesetzt, um eine bakterielle Fehlbesiedlung im Dünndarm abzuklären.

Wie funktioniert der H2-Lactulose-Atemtest?

Der Test misst den Wasserstoffgehalt (H2) und gegebenenfalls Methan (CH4) in der Atemluft nach Einnahme einer Lactuloselösung. Der Ablauf sieht wie folgt aus:

  1. Nüchtern erscheinen: Mindestens 12 Stunden vor dem Test nichts essen oder trinken (außer Wasser).
  2. Basis-Atemprobe: Eine erste Atemluftprobe wird entnommen.
  3. Lactulose/Glucose trinken: Eine standardisierte Lactuloselösung wird eingenommen.
  4. Regelmäßige Atemproben: Über 2-3 Stunden werden in regelmäßigen Abständen Atemproben genommen.
  5. Auswertung: Ein rascher Anstieg der H2- oder CH4-Konzentration deutet auf eine bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms hin.

Vorbereitung auf den Test

Damit die Ergebnisse möglichst zuverlässig sind, sollten Patienten Folgendes beachten:

  • Am Vortag: Keine blähenden Lebensmittel (z. B. Hülsenfrüchte, Zwiebeln, Kohlgemüse) und keine kohlensäurehaltigen Getränke konsumieren.
  • 12 Stunden vor dem Test: Nichts essen, nur Wasser trinken.
  • Keine Antibiotika oder Probiotika in den letzten zwei Wochen: Diese können das Testergebnis verfälschen.

Was bedeuten die Testergebnisse?

  • Positiver Test: Ein früher Anstieg der H2- oder CH4-Konzentration weist auf eine bakterielle Fehlbesiedlung im Dünndarm hin. Dies bedeutet, dass sich dort vermehrt Bakterien befinden, die Gase produzieren und Beschwerden verursachen.
  • Negativer Test: Keine erhöhte H2- oder CH4-Konzentration bedeutet, dass keine Hinweise auf eine bakterielle Fehlbesiedlung vorliegen.

Behandlung einer Dünndarmfehlbesiedlung

Falls eine Dünndarmfehlbesiedlung diagnostiziert wird, können folgende Maßnahmen helfen:

  • Antibiotikatherapie: Gezielte Antibiotika können die übermäßigen Bakterien im Dünndarm reduzieren. Nebst klassischen Antibiotika mit systemischer Wirkung (z. B. Chinolone, Tetrazykline) werden auch Antibiotika, die nur im Darm wirken und nicht ins Blut aufgenommen werden (z. B. Rifaximin, Gentamycin/Polymyxin), angewandt.
  • Ernährungsumstellung: Eine angepasste Ernährung (z. B. Reduktion fermentierbarer Kohlenhydrate, SIBO Diät) kann Beschwerden lindern.
  • Probiotika und Darmflora-Management: Eine langfristige Optimierung der Darmflora kann helfen, erneute Fehlbesiedlungen zu vermeiden.