Fruktoseintoleranz testen: H₂-Atemtest bei Vivomed Bern

Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall nach Obst, Fruchtsäften oder süssen Lebensmitteln? Hinter diesen Beschwerden kann eine Fruktosemalabsorption stecken. Dabei wird Fruchtzucker im Dünndarm nicht vollständig aufgenommen.

Mit einem Wasserstoff-Atemtest (H₂-Fruktose-Atemtest) lässt sich untersuchen, ob nach Einnahme einer definierten Fruktosemenge eine vermehrte bakterielle Fermentation auftritt.

Bei Vivomed – Gastroenterologie Bern bieten wir die fachärztliche Abklärung einer möglichen Fruktosemalabsorption an. Dabei beurteilen wir nicht nur die Wasserstoffmesswerte, sondern auch die während des Tests auftretenden Beschwerden.

Welche Symptome verursacht eine Fruktoseintoleranz?

Wenn Fruktose nicht vollständig aufgenommen wird, gelangt sie in den Dickdarm und wird dort durch Darmbakterien fermentiert. Dabei können verschiedene Verdauungsbeschwerden auftreten.

  • Blähungen und Meteorismus
  • Bauchschmerzen und Bauchkrämpfe
  • Durchfall oder weicher Stuhl
  • Völlegefühl und Bauchauftreibung
  • Vermehrte Darmgeräusche
  • Gelegentlich Übelkeit

Die Symptome sind nicht spezifisch für eine Fruktoseintoleranz. Auch Sorbitmalabsorption, ein Reizdarmsyndrom oder andere gastroenterologische Erkrankungen können ähnliche Beschwerden verursachen.

Deshalb ist eine gezielte diagnostische Abklärung häufig sinnvoller als eine langfristige, selbständig durchgeführte Eliminationsdiät.

Was ist eine Fruktosemalabsorption?

Fruktose, auch Fruchtzucker genannt, ist ein Einfachzucker, der unter anderem in Obst, Honig, Fruchtsäften und verschiedenen industriell gesüssten Lebensmitteln vorkommt.

Die Aufnahme erfolgt im Dünndarm über spezialisierte Transportproteine, insbesondere GLUT5. Die Aufnahmekapazität ist individuell unterschiedlich und kann bei grösseren Fruktosemengen überschritten werden.

Nicht vollständig aufgenommene Fruktose gelangt in den Dickdarm, wo sie bakteriell abgebaut wird. Die entstehenden Gase und osmotischen Effekte können Beschwerden verursachen.

Fruktosemalabsorption oder Fruktoseintoleranz?

Fruktosemalabsorption beschreibt zunächst eine unvollständige Aufnahme von Fruktose im Dünndarm.

Eine klinisch relevante Fruktoseintoleranz liegt vor, wenn die Fruktoseaufnahme tatsächlich Beschwerden auslöst.

Nicht jede Person mit einem positiven Fruktose-Atemtest leidet deshalb unter einer behandlungsbedürftigen Fruktoseintoleranz.

Besonders wichtig ist die individuelle Fruktosemenge: Auch Menschen ohne Erkrankung können grössere Fruktosemengen nur begrenzt aufnehmen.

Fruktoseintoleranz, Fruktanunverträglichkeit und hereditäre Fruktoseintoleranz: Was ist der Unterschied?

Fruktosemalabsorption

Bei der intestinalen Fruktosemalabsorption wird Fruchtzucker nicht vollständig im Dünndarm aufgenommen. Die dadurch entstehende Fermentation kann Verdauungsbeschwerden verursachen.

Fruktanunverträglichkeit

Fruktane bestehen aus miteinander verbundenen Fruktoseeinheiten. Sie kommen unter anderem in Zwiebeln, Knoblauch, Weizen und bestimmten Gemüsesorten vor.

Menschen können Fruktane im Dünndarm nicht enzymatisch vollständig abbauen. Sie werden deshalb im Dickdarm fermentiert.

Bei empfindlichen Menschen, insbesondere bei Reizdarm, können dadurch Beschwerden entstehen.

Ein Fruktose-H₂-Atemtest kann keine Fruktanunverträglichkeit nachweisen oder ausschliessen.

Hereditäre Fruktoseintoleranz

Die seltene hereditäre Fruktoseintoleranz ist eine angeborene Stoffwechselerkrankung aufgrund eines Mangels des Enzyms Aldolase B.

Sie unterscheidet sich grundlegend von einer intestinalen Fruktosemalabsorption. Nach Fruktoseaufnahme können schwere Stoffwechselstörungen mit Unterzuckerung und Leberschädigung auftreten.

Bei Verdacht auf eine hereditäre Fruktoseintoleranz darf kein Fruktosebelastungstest durchgeführt werden. Die Abklärung erfolgt insbesondere genetisch.

Wie funktioniert der H₂-Fruktose-Atemtest?

Der Fruktose-Atemtest nutzt die bakterielle Fermentation von Fruktose, die nicht vollständig im Dünndarm aufgenommen wurde.

Dabei kann Wasserstoff (H₂) entstehen. Dieser gelangt über den Blutkreislauf in die Lunge und wird anschliessend ausgeatmet.

Während der Untersuchung trinken Sie eine definierte Fruktoselösung. Anschliessend wird die Wasserstoffkonzentration in der Atemluft in regelmässigen Abständen gemessen.

Welche Fruktosemenge wird beim Atemtest verwendet?

Die europäische Leitlinie empfiehlt für die Untersuchung bei Erwachsenen eine Testdosis von 20 bis 25 g Fruktose. Die konkrete Durchführung richtet sich nach dem Untersuchungsprotokoll unserer Praxis.

Ab wann ist der Fruktose-Atemtest positiv?

Ein Wasserstoffanstieg von mindestens 20 ppm über den Ausgangswert gilt unter geeigneten Bedingungen als Hinweis auf eine Fruktosemalabsorption.

Ein positiver H₂-Wert beweist jedoch nicht automatisch eine klinisch relevante Fruktoseintoleranz.

Deshalb werden auch die während der Untersuchung auftretenden Beschwerden dokumentiert und beurteilt.

Wie zuverlässig ist der Fruktose-Atemtest?

Der H₂-Atemtest ist ein etabliertes nichtinvasives Verfahren. Seine Aussagekraft hängt allerdings von der Testdosis, der Vorbereitung, der Darmflora und der individuellen Wasserstoffproduktion ab.

Die Interpretation erfolgt deshalb immer im Zusammenhang mit den Beschwerden und der übrigen Krankengeschichte.

Fruktose-Atemtest: Ablauf und Vorbereitung bei Vivomed

Der H₂-Fruktose-Atemtest ist eine ambulante, nichtinvasive Untersuchung. Eine Blutentnahme oder Endoskopie ist dafür nicht erforderlich.

So läuft die Untersuchung ab

  1. Nüchternmessung: Zunächst bestimmen wir die H₂-Konzentration in Ihrer Atemluft.
  2. Testlösung: Sie trinken eine standardisierte Fruktoselösung.
  3. Atemluftmessungen: In regelmässigen Abständen werden weitere Proben entnommen.
  4. Symptomerfassung: Beschwerden wie Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall werden dokumentiert.
  5. Auswertung: Die Messkurve und Ihre Beschwerden werden gemeinsam beurteilt.

Wie lange dauert ein Fruktose-Atemtest?

Die Untersuchung dauert je nach Protokoll ungefähr drei Stunden. In bestimmten Situationen kann eine längere Beobachtungszeit erforderlich sein.

Wie muss ich mich auf den Atemtest vorbereiten?

  • Mindestens 12 Stunden vor der Untersuchung nüchtern bleiben; stilles Wasser ist in der Regel erlaubt.
  • Am Vortag eine fermentationsarme Ernährung gemäss Praxisanleitung einhalten.
  • Vor und während des Tests nicht rauchen und keinen Kaugummi kauen.
  • Am Untersuchungstag intensive körperliche Aktivität vermeiden.
  • Antibiotika, Probiotika, Abführmittel und weitere Medikamente vorgängig besprechen.
  • Kürzlich erfolgte Darmspiegelungen oder Darmreinigungen mitteilen.

Nach einer Antibiotikatherapie ist häufig ein Abstand von mindestens vier Wochen erforderlich. Massgebend sind die individuellen Vorbereitungsanweisungen von Vivomed.

Bitte setzen Sie Medikamente nicht selbständig ab. Wir informieren Sie vor der Untersuchung über die konkrete Vorbereitung.

Fruktose-Atemtest positiv oder negativ: Was bedeutet das Ergebnis?

Positiver Fruktose-Atemtest

Ein relevanter Wasserstoffanstieg spricht für eine unvollständige Fruktoseaufnahme im Dünndarm.

Treten gleichzeitig typische Beschwerden auf, unterstützt dies die Diagnose einer symptomatischen Fruktoseintoleranz.

Ein positiver Test ohne Beschwerden bedeutet dagegen nicht automatisch, dass eine fruktosearme Ernährung erforderlich ist.

Negativer Fruktose-Atemtest

Bleibt ein relevanter Wasserstoffanstieg aus, ist eine Fruktosemalabsorption unter den Testbedingungen weniger wahrscheinlich.

Ein negativer H₂-Atemtest schliesst eine Kohlenhydratmalabsorption jedoch nicht in allen Fällen sicher aus.

Einige Menschen produzieren nur geringe Mengen messbaren Wasserstoffs. Auch die Darmflora und andere Einflussfaktoren können das Ergebnis verändern.

Was tun bei Beschwerden trotz negativem Atemtest?

Bei anhaltenden Beschwerden können weitere Abklärungen sinnvoll sein, beispielsweise auf Sorbitmalabsorption, Laktoseintoleranz, Reizdarmsyndrom oder eine Dünndarmfehlbesiedlung.

Auch Zöliakie, entzündliche Darmerkrankungen und andere Ursachen chronischer Verdauungsbeschwerden müssen abhängig von der klinischen Situation berücksichtigt werden.

Fruktoseintoleranz behandeln: Welche Ernährung hilft?

Die Behandlung einer symptomatischen Fruktosemalabsorption besteht vor allem in einer individuell angepassten Ernährung.

Ein vollständiger und dauerhafter Verzicht auf Fruktose ist bei intestinaler Fruktosemalabsorption in der Regel nicht erforderlich.

Ziel ist es, die persönlich verträgliche Fruktosemenge zu bestimmen und die Ernährung möglichst vielfältig zu gestalten.

Welche Lebensmittel können Beschwerden verursachen?

Häufig problematisch sind grössere Portionen von Lebensmitteln mit hohem Fruktosegehalt oder einem ungünstigen Verhältnis von Fruktose zu Glukose.

  • Äpfel und Birnen
  • Mangos und Wassermelonen
  • Fruchtsäfte und Smoothies
  • Honig und Agavendicksaft
  • Mit Fruktose gesüsste Getränke und Lebensmittel
  • Sorbithaltige Produkte, die Beschwerden verstärken können

Welche Lebensmittel werden häufig besser vertragen?

Die Verträglichkeit ist individuell. Viele Betroffene vertragen kleine Portionen bestimmter Obstsorten, beispielsweise Zitrusfrüchte oder Kiwi, besser als grössere Mengen sehr fruktosereicher Lebensmittel.

Auch die Portionsgrösse, die Kombination mit anderen Lebensmitteln und die gleichzeitige Aufnahme von Sorbit können eine Rolle spielen.

Ist eine Low-FODMAP-Ernährung sinnvoll?

Bei zusätzlichen Reizdarmbeschwerden kann eine zeitlich begrenzte Low-FODMAP-Ernährung sinnvoll sein.

Sie sollte jedoch nicht dauerhaft als strenge Eliminationsdiät durchgeführt werden, sondern eine kontrollierte Wiedereinführung und individuelle Anpassung beinhalten.

Ausführliche Ernährungsempfehlungen bei Fruktoseintoleranz

Mehr über Ursachen und Behandlung der Fruktoseintoleranz erfahren

Weitere Atemtests und gastroenterologische Untersuchungen bei Vivomed Bern

Nicht alle Verdauungsbeschwerden nach Obst oder anderen Lebensmitteln sind auf eine Fruktosemalabsorption zurückzuführen.

Bei Vivomed bieten wir weitere Atemtests und spezialisierte gastroenterologische Untersuchungen an.

Laktose-Atemtest

Bei Beschwerden nach Milch oder Milchprodukten kann eine Laktosemalabsorption die Ursache sein.

H₂-Laktose-Atemtest bei Vivomed

Sorbit-Atemtest

Sorbit kommt natürlicherweise in manchen Früchten vor und wird vielen zuckerfreien Lebensmitteln zugesetzt.

H₂-Sorbit-Atemtest bei Vivomed

SIBO-Atemtest

Bei Verdacht auf eine bakterielle Dünndarmfehlbesiedlung kann eine Untersuchung mit Laktulose sinnvoll sein.

Laktulose-Atemtest zur Abklärung von SIBO

Reizdarm und Motilitätsstörungen

Bei chronischen Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung kann eine weiterführende neurogastroenterologische Abklärung sinnvoll sein.

Sprechstunde für Neurogastroenterologie und Motilitätsstörungen

Alle Atemtests und Ernährungsangebote bei Vivomed

Häufige Fragen zum
  Fruktose-Atemtest (FAQ)

Wo kann man einen Fruktoseintoleranz-Test in Bern machen?

 <p>
    Bei Vivomed – Gastroenterologie Bern
    bieten wir den H₂-Fruktose-Atemtest
    zur Abklärung einer möglichen
    Fruktosemalabsorption an.
  </p>

Wie lange dauert ein Fruktose-Atemtest?

Die Untersuchung dauert in der Regel mehrere Stunden. Je nach Protokoll sind ungefähr drei Stunden einzuplanen.

Muss ich vor dem Fruktose-Atemtest nüchtern sein?

Ja. Üblicherweise ist eine Nüchternphase von mindestens zwölf Stunden erforderlich. Stilles Wasser ist in der Regel erlaubt.

Ist der Fruktose-Atemtest schmerzhaft?

Nein. Die Messungen erfolgen durch Abgabe von Atemluft. Die Fruktoselösung kann vorübergehend Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall auslösen.

Ist ein positiver Fruktose-Atemtest gleichbedeutend mit Fruktoseintoleranz?

Nein. Ein positiver Test weist auf eine Fruktosemalabsorption hin. Die Diagnose einer klinisch relevanten Intoleranz erfordert zusätzlich eine Beurteilung der Beschwerden.

Kann ein Fruktose-Atemtest falsch negativ sein?

Ja. Beispielsweise kann eine geringe Wasserstoffproduktion zu einem unauffälligen Ergebnis führen, obwohl Beschwerden bestehen.

Kann man damit eine hereditäre Fruktoseintoleranz feststellen?

Nein. Die hereditäre Fruktoseintoleranz ist eine seltene genetische Stoffwechselerkrankung. Bei Verdacht darauf darf keine Fruktosebelastung durchgeführt werden.

Muss ich bei Fruktoseintoleranz auf Obst verzichten?

Meist nicht vollständig. Entscheidend sind die individuell verträglichen Sorten und Portionsgrössen. Eine ausgewogene Ernährung sollte erhalten bleiben.

Ist Fruktoseintoleranz heilbar?

Die intestinale Fruktosemalabsorption kann unterschiedlich ausgeprägt sein. Durch eine individuell angepasste Ernährung lassen sich Beschwerden häufig deutlich reduzieren.

Benötige ich für den Atemtest eine ärztliche Überweisung?

Ob eine Überweisung notwendig ist, hängt unter anderem vom Versicherungsmodell ab. Die Untersuchung sollte aufgrund einer konkreten medizinischen Fragestellung erfolgen.

Fruktoseintoleranz abklären bei Vivomed – Gastroenterologie Bern

Sie leiden wiederholt unter Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall nach fruktosehaltigen Lebensmitteln?

Mit einem H₂-Fruktose-Atemtest können wir untersuchen, ob eine Fruktosemalabsorption vorliegt und ob diese mit Ihren Beschwerden zusammenhängt.

Bei Bedarf erfolgt eine weiterführende gastroenterologische Abklärung, um andere mögliche Ursachen zu berücksichtigen.

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Vivomed – Gastroenterologie Bern
Waisenhausplatz 28
3011 Bern

Telefon: 031 333 32 36
E-Mail: vivomed@hin.ch

Kontakt und Terminvereinbarung

Über den medizinischen Autor

Dr. med. Stefan H. Schlosser, MBA, FEBGH

Facharzt FMH für Gastroenterologie und Allgemeine Innere Medizin

Dr. med. Stefan H. Schlosser ist Gastroenterologe und Leiter von Vivomed – Gastroenterologie Bern.

Zu seinen klinischen Schwerpunkten gehören die Abklärung chronischer Verdauungsbeschwerden, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die gastroenterologische Funktionsdiagnostik sowie die Neurogastroenterologie und Motilitätsstörungen.

In seiner Praxis verbindet er spezialisierte diagnostische Verfahren mit einer individuell abgestimmten medizinischen Beratung und Behandlung.

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Medizinisch geprüft und aktualisiert: Oktober 2026

Wissenschaftliche Grundlagen

  1. Hammer HF et al. European guideline on indications, performance, and clinical impact of hydrogen and methane breath tests in adult and pediatric patients. United European Gastroenterology Journal. 2022. Europäische Atemtest-Leitlinie
  2. Rezaie A et al. Hydrogen and Methane-Based Breath Testing in Gastrointestinal Disorders: The North American Consensus. American Journal of Gastroenterology. 2017. Konsensuspublikation

Dieser Artikel dient der allgemeinen medizinischen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beurteilung.