Verständnis für die metabolisch-bedingte Fettlebererkrankungen

MAFLD (Metabolically Associated Fatty Liver Disease) und NAFLD (Non-Alcoholic Fatty Liver Disease) sind zwei Begriffe, die sich auf Fettlebererkrankungen beziehen, aber mit unterschiedlichen diagnostischen Kriterien und Konzepten verbunden sind. Hier sind die Hauptunterschiede:

Diagnosekriterien: 

  • NAFLD: Die Diagnose von NAFLD basiert auf dem Ausschluss anderer Ursachen für eine Fettleber, insbesondere des übermäßigen Alkoholkonsums. Es bezieht sich auf eine Fettleber, die nicht durch Alkohol verursacht wird. 

 

  • MAFLD: Im Gegensatz dazu betont MAFLD den Zusammenhang mit Stoffwechselstörungen (z.B. Adipositas und metabolischen Risikofaktoren). Um als MAFLD diagnostiziert zu werden, müssen metabolische Risikofaktoren wie Übergewicht, Diabetes oder Insulinresistenz vorhanden sein. MAFLD ist eine Erkrankung, bei der sich übermäßiges Fett in der Leber ansammelt, hauptsächlich aufgrund von Stoffwechselstörungen. Faktoren wie Fehlernährung, mangelnde körperliche Aktivität und Insulinresistenz können zu dieser Erkrankung beitragen.

Symptome von MAFLD:

  • Müdigkeit
  • Oberbauchschmerzen
  • Gewichtszunahme
  • Gelbfärbung der Haut (bei fortschreitender Erkrankung)

 

Wann ärztliche Hilfe suchen? Suchen Sie ärztliche Hilfe auf, wenn Sie Symptome von MAFLD bemerken oder bereits diagnostiziert wurden. Ein Arzt kann spezifische Empfehlungen und Behandlungsoptionen basierend auf Ihrer individuellen Situation geben.

Gewichtsabnahme bei nicht-alkoholischer Fettlebererkrankung (MASLD)

Sanfte, wirksame Therapie bei Fettleber - bei Vivomed in Bern
Die nicht-alkoholische Fettlebererkrankung, heute korrekt als MASLD (Metabolic Dysfunction Associated Steatotic Liver Disease) bezeichnet, ist die häufigste Lebererkrankung weltweit. Auch in der Schweiz nimmt sie deutlich zu. Hauptursachen sind Übergewicht (Adipositas), Bewegungsmangel und Diabetes mellitus Typ 2.

Bei Vivomed - Gastroenterologie Bern begleiten wir Sie individuell und evidenzbasiert bei der Behandlung der Fettleber – mit dem Ziel, Ihre Leber langfristig zu schützen und Folgeerkrankungen zu verhindern.

Wissen stärkt: Mythen zum Thema Fettleber.

Ist Ernährung wirklich so wichtig bei Fettleber?

Ja. Die Ernährung ist der zentrale therapeutische Pfeiler bei MASLD. Trotz moderner medikamentöser Entwicklungen bleibt die Lebensstil- und Ernährungsumstellung die wirksamste Massnahme, um Leberfett zu reduzieren, Entzündungen zu hemmen und ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern.

Allerdings kursieren viele Ernährungsmythen, die Patienten verunsichern oder sogar schaden können. Aktuelle wissenschaftliche Übersichtsarbeiten zeigen klar, welche Empfehlungen sinnvoll sind – und welche nicht.

Sind Kohlenhydrate grundsätzlich schlecht für die Leber?

Nein. Komplexe Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten, Gemüse und Obst wirken eher schützend. Problematisch sind vor allem einfache Zucker, insbesondere Fruktose aus Softdrinks, Fruchtsäften und stark verarbeiteten Lebensmitteln.

Muss Fett komplett gemieden werden?

Nein. Entscheidend ist die Qualität der Fette. Ungesättigte Fettsäuren aus Olivenöl, Nüssen, Avocados oder fettem Fisch haben antiinflammatorische und leberschützende Effekte. Transfette und ein Übermass an gesättigten Fetten sollten hingegen reduziert werden.

Zählen nur die Kalorien?

Nein. Studien zeigen, dass die Zusammensetzung der Nahrung eine zentrale Rolle spielt. Eine mediterrane Ernährung kann die Lebergesundheit verbessern – selbst ohne deutlichen Gewichtsverlust. Eine fruktose- und gesättigt-fettreiche Kost wirkt dagegen leberschädigend, auch bei gleicher Kalorienzufuhr.

Reicht schon ein kleiner Gewichtsverlust?

Teilweise. Bereits 3–5 % Gewichtsreduktion können die Leberverfettung senken. Für eine deutliche Verbesserung von Entzündung und Fibrose sind jedoch 7–10 % notwendig. Wichtig ist ein langsamer, nachhaltiger Gewichtsverlust, der Fett abbaut und Muskelmasse erhält.

Können auch schlanke Menschen eine Fettleber haben?

Ja. Rund 20 % der Betroffenen sind normalgewichtig („lean MASLD“). Ursachen können viszerales Fett, genetische Faktoren oder eine gestörte Mitochondrienfunktion sein. Auch bei Normalgewicht gelten daher dieselben ernährungstherapeutischen Grundsätze.

Ist Intervallfasten schädlich?

Nein. Richtig angewendet (z. B. 16:8-Methode) kann Intervallfasten das Leberfett reduzieren und die Insulinsensitivität verbessern. Es ist jedoch nicht überlegen gegenüber anderen nachhaltigen Ernährungsformen.

Helfen Superfoods oder Nahrungsergänzungsmittel?

Nein – es gibt keine Wundermittel. Substanzen wie Vitamin E, Omega-3-Fettsäuren oder Kaffee können unterstützend wirken, ersetzen jedoch keine umfassende Ernährungs- und Lebensstiländerung.

Sind Kräutertees und „Leberentgiftungen“ harmlos?

Nein. Viele pflanzliche Präparate können lebertoxisch sein, darunter hochdosierter Grüntee, Kava-Kava oder Kurkuma. Eine Einnahme sollte nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen.

Ist Kaffee erlaubt?

Ja. 2–3 Tassen schwarzer Filterkaffee pro Tag wirken nachweislich leberschützend – ohne Zucker, Milch oder pflanzliche Cremes.

Muss bei erhöhtem Ferritin Eisen gemieden werden?

Meist nein. Erhöhtes Ferritin ist häufig Ausdruck einer Entzündung oder Insulinresistenz. Eine Eisenreduktion ist nur bei bestätigter hereditärer Hämochromatose erforderlich.

Darf man rotes Fleisch essen?

Nur eingeschränkt. Besonders stark verarbeitetes oder bei hohen Temperaturen zubereitetes rotes Fleisch steht mit einer Verschlechterung der Lebererkrankung in Zusammenhang. Empfohlen werden maximal zwei Portionen pro Woche, mager und schonend gegart. Pflanzliche Proteine und Omega-3-reicher Fisch sind vorteilhafte Alternativen.

Sollten Gluten oder Laktose gemieden werden?

Nur bei nachgewiesener Unverträglichkeit. Ein unbegründeter Verzicht kann zu Mangelernährung führen und bringt keinen belegten Nutzen für die Leber.

Ist gelegentlicher Alkohol erlaubt?

Nein. Schon kleine Mengen Alkohol können die Leber zusätzlich schädigen. Bei MASLD gilt die klare Empfehlung: vollständige Alkoholabstinenz.

 

Lebensstiländerung – die wichtigste Therapie

Die Basis der Fettleberbehandlung ist eine nachhaltige Änderung des Lebensstils. Bewährt haben sich:

Ernährung

  • Kalorienreduktion mit ausgewogener Nährstoffzufuhr
  • Mediterrane Ernährung (viel Gemüse, Obst, Vollkorn, Fisch, Olivenöl)
  • Vermeidung von hochverarbeiteten Lebensmitteln
  • Reduktion von zuckerhaltigen Getränken und Softdrinks

Bewegung

  • Regelmäßige körperliche Aktivität (z. B. zügiges Gehen, Velofahren)
  • Ausdauer- und Krafttraining sind beide wirksam
  • Auch Training ohne Gewichtsverlust kann den Leberfettgehalt senken

Diese Maßnahmen senken nicht nur das Leberfett, sondern reduzieren auch das Risiko für Leberzirrhose und Leberkrebs.

Medikamentöse und operative Optionen

Wenn Lebensstilmaßnahmen allein nicht ausreichen, können im Einzelfall weitere Therapien erwogen werden:

  • GLP-1-Rezeptor-Agonisten (z. B. Semaglutid), insbesondere bei Adipositas oder Diabetes
  • Endobariatrie (Magenballon, endoskopische Magenverkleinerung)
  • Bariatrische (metabolische) Chirurgie bei schwerer Adipositas

Diese Optionen sind wirksam, aber mit höheren Kosten und möglichen Risiken verbunden und werden sorgfältig individuell geprüft.

Individuell angepasste Therapie bei Vivomed – Gastroenterologie Bern

Eine erfolgreiche Behandlung der Fettleber erfordert eine individuell abgestimmte Strategie, basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Mythen und pauschale Diäten gefährden den Therapieerfolg.

Bei Vivomed – Gastroenterologie Bern bieten wir eine umfassende Abklärung, moderne Diagnostik und persönliche Beratung für Patientinnen und Patienten aus Bern und der gesamten Deutschschweiz. Ziel ist es, Ihre Leber langfristig zu schützen und Folgeschäden zu verhindern.

Haben Sie Fragen zur Fettleber oder wünschen Sie eine spezialisierte Abklärung?
Kontaktieren Sie unser Team – wir beraten Sie kompetent und individuell.

Vivomed - Gastroenterologie Bern
Ihre Spezialpraxis für Leber- und Darmerkrankungen

Wissenschaftliche Grundlagen & Quellen

  1. Rinella et al., Hepatology 2023 – neue Nomenklatur MASLD
    DGVS S2k-Leitlinie NAFLD/MASLD 2022
  2. Koutoukidis et al., Metabolism 2021 – Gewichtsverlust und Lebergesundheit
  3. Vilar-Gomez et al., Gastroenterology 2015 – Lebensstilintervention bei MASH
  4. Newsome et al., NEJM 2021 – GLP-1-Analoga bei Fettleber
  5. Keating et al., Journal of Hepatology 2012 – Bewegung und Fettleber