Sanfte Hilfe bei Hämorrhoiden mit Gummibandligatur in Bern

Blut am Toilettenpapier, Juckreiz, Nässen oder vorfallende Hämorrhoiden? Wenn eine konservative Behandlung nicht ausreichend hilft, kann eine Gummibandligatur die Beschwerden bei geeigneten inneren Hämorrhoiden wirksam reduzieren.

Die Hämorrhoiden-Gummibandligatur, auch Gummiringligatur oder Barron-Ligatur genannt, ist ein etabliertes ambulantes Verfahren zur Behandlung vergrösserter innerer Hämorrhoiden.

Bei der Behandlung wird ein kleiner elastischer Ring oberhalb der empfindlichen Grenze des Analkanals um einen Hämorrhoidalknoten gelegt.

Das abgebundene Gewebe wird nicht mehr ausreichend durchblutet, löst sich nach einigen Tagen ab und hinterlässt eine kleine Narbe, die das Gewebe zusätzlich fixiert.

Bei Vivomed – Gastroenterologie Bern führen wir die proktologische Beurteilung und die Gummibandligatur bei geeigneter Indikation ambulant durch.

Hämorrhoiden: Ursachen, Symptome und Stadien

Wann ist eine Hämorrhoiden-Gummibandligatur sinnvoll?

Die Gummibandligatur wird vor allem zur Behandlung symptomatischer innerer Hämorrhoiden eingesetzt.

Die Entscheidung hängt vom Hämorrhoidalstadium, den Beschwerden und den Ergebnissen der proktologischen Untersuchung ab.

Hämorrhoiden Grad I

Die Hämorrhoiden sind vergrössert, treten jedoch nicht aus dem Analkanal hervor.

Bei anhaltenden Beschwerden trotz konservativer Therapie kann eine Gummibandligatur erwogen werden.

Hämorrhoiden Grad II

Die Hämorrhoiden treten beim Pressen vorübergehend hervor, ziehen sich aber spontan wieder zurück.

Die Gummibandligatur gehört bei symptomatischen Hämorrhoiden Grad II zu den etablierten Behandlungsmöglichkeiten.

Hämorrhoiden Grad III

Die Hämorrhoiden treten beim Pressen hervor und müssen von Hand zurückgeschoben werden.

Bei ausgewählten Patienten kann eine Gummibandligatur sinnvoll sein. Häufig sind jedoch mehrere Sitzungen erforderlich.

Hämorrhoiden Grad IV

Die Hämorrhoiden sind dauerhaft vorgefallen und nicht mehr reponierbar.

Bei ausgeprägtem Hämorrhoidalleiden Grad IV ist üblicherweise eine chirurgische Beurteilung erforderlich.

Wann ist keine Ligatur notwendig?

Beschwerdefreie Hämorrhoiden müssen in der Regel nicht behandelt werden.

Bei leichten Beschwerden stehen zunächst Stuhlregulation, Ballaststoffe und eine Anpassung des Toilettenverhaltens im Vordergrund.

Wie funktioniert die Gummibandligatur bei Hämorrhoiden?

Die Behandlung erfolgt mithilfe eines Proktoskops, mit dem die inneren Hämorrhoiden dargestellt werden.

Der Arzt erfasst den Hämorrhoidalknoten mit einem speziellen Ligaturinstrument.

Anschliessend wird ein kleiner elastischer Ring über das Gewebe gestreift.

Der Ring unterbricht die Durchblutung des abgebundenen Gewebeanteils.

Nach einigen Tagen löst sich dieser Anteil ab und wird normalerweise unbemerkt mit dem Stuhl ausgeschieden.

Die anschliessende Vernarbung kann das Hämorrhoidalpolster verkleinern und den Schleimhautprolaps vermindern.

Warum wird oberhalb der Linea dentata behandelt?

Die Gummibandligatur wird im weniger schmerzempfindlichen Bereich oberhalb der Linea dentata durchgeführt.

Dadurch ist der Eingriff meist gut verträglich.

Dennoch können Druckgefühl, Stuhldrang oder Schmerzen auftreten.

Wie läuft eine Gummibandligatur bei Vivomed in Bern ab?

1. Proktologische Untersuchung

Vor der Behandlung werden die Beschwerden und die Stuhlgewohnheiten besprochen.

Die Untersuchung umfasst je nach Situation Inspektion, digital-rektale Untersuchung und Proktoskopie beziehungsweise Anoskopie.

2. Platzierung des Gummirings

Bei geeigneten inneren Hämorrhoiden wird ein elastischer Ring im Bereich des Hämorrhoidalpolsters platziert.

Die Behandlung dauert normalerweise nur wenige Minuten.

3. Nachbeobachtung

Nach dem Eingriff wird überprüft, ob relevante Schmerzen oder andere Beschwerden bestehen.

Die Behandlung erfolgt in der Regel ohne Sedierung.

4. Weitere Sitzungen

Je nach Anzahl und Ausprägung der Hämorrhoidalpolster können mehrere Behandlungssitzungen notwendig sein.

Zwischen den einzelnen Behandlungen wird ein ausreichender Abstand eingehalten, damit die behandelten Stellen abheilen können.

Mehr zur Proktoskopie und Anoskopie bei Vivomed

Was muss ich nach einer Hämorrhoiden-Gummibandligatur beachten?

Nach der Ligatur können ein vorübergehendes Druckgefühl, leichter Stuhldrang oder mässige Beschwerden auftreten.

Schmerzen nach der Behandlung

Leichte Beschwerden können meist mit geeigneten Schmerzmitteln behandelt werden.

Starke oder zunehmende Schmerzen sind jedoch nicht normal und müssen zeitnah ärztlich beurteilt werden.

Stuhlgang nach der Ligatur

Wichtig ist eine weiche, gut geformte Stuhlkonsistenz.

Vermeiden Sie starkes Pressen und längeres Sitzen auf der Toilette.

Ernährung und Ballaststoffe

Eine ballaststoffreiche Ernährung und eine angemessene Flüssigkeitszufuhr unterstützen die Stuhlregulation.

Bei Bedarf können Flohsamenschalen zur Verbesserung der Stuhlkonsistenz eingesetzt werden.

Sport und Alltag

Leichte Alltagsaktivitäten sind bei unkompliziertem Verlauf häufig rasch wieder möglich.

Mit starkem körperlichem Pressen, intensivem Krafttraining oder schwerem Heben sollte entsprechend den individuellen Nachsorgeanweisungen vorübergehend zurückhaltend umgegangen werden.

Wann fällt der Gummiring ab?

Das abgebundene Gewebe löst sich typischerweise innerhalb einiger Tage zusammen mit dem Gummiring ab.

Dabei kann eine leichte Blutung auftreten.

Wichtig: Starke Blutungen, Fieber, erhebliche Schmerzen oder Schwierigkeiten beim Wasserlösen müssen umgehend medizinisch abgeklärt werden.

Welche Risiken hat eine Hämorrhoiden-Gummibandligatur?

Die Gummibandligatur ist ein etabliertes ambulantes Verfahren mit insgesamt günstigem Sicherheitsprofil.

Wie bei jedem medizinischen Eingriff sind jedoch Komplikationen möglich.

Mögliche Nebenwirkungen

  • Druckgefühl und Schmerzen
  • Vorübergehender Stuhldrang
  • Geringe Blutungen
  • Verzögerte Nachblutung beim Ablösen des Gewebes
  • Selten ausgeprägte Blutungen
  • Selten Harnverhalt
  • Sehr selten schwere Infektionen im Beckenbereich

Gummibandligatur bei Einnahme von Blutverdünnern

Die Einnahme gerinnungshemmender Medikamente kann das Blutungsrisiko erhöhen.

Bitte informieren Sie uns deshalb vor der Behandlung über sämtliche Medikamente, insbesondere Antikoagulanzien und Thrombozytenaggregationshemmer.

Ob eine Ligatur möglich ist oder eine andere Therapie gewählt werden sollte, wird individuell entschieden.

Bitte setzen Sie Blutverdünner niemals selbständig ab.

Wann sollte ich sofort Hilfe suchen?

Bei starken rektalen Blutungen, Kreislaufbeschwerden, Fieber, zunehmenden analen Schmerzen oder Harnverhalt ist eine sofortige ärztliche Abklärung erforderlich.

Blut am Toilettenpapier: Sind immer Hämorrhoiden die Ursache?

Nein. Hellrotes Blut am Toilettenpapier oder auf dem Stuhl kann durch Hämorrhoiden verursacht werden, aber auch andere Ursachen haben.

Dazu gehören unter anderem Analfissuren, Entzündungen, Polypen und seltener bösartige Veränderungen.

Deshalb sollte eine rektale Blutung nicht ohne Untersuchung ausschliesslich Hämorrhoiden zugeschrieben werden.

Welche Untersuchungen sind sinnvoll?

Die Proktoskopie und Anoskopie ermöglichen eine gezielte Untersuchung des Analkanals.

Bei entsprechenden Symptomen, Risikofaktoren oder unklarer Blutungsquelle kann zusätzlich eine Koloskopie erforderlich sein.

Proktoskopie und Anoskopie bei Vivomed

Darmspiegelung zur Abklärung von Blut im Stuhl

Welche Alternativen zur Hämorrhoiden-Gummibandligatur gibt es?

Die Behandlung eines Hämorrhoidalleidens richtet sich nach dem Stadium und den Beschwerden.

Konservative Behandlung

Bei leichteren Beschwerden stehen Stuhlregulation, Ballaststoffe, die Vermeidung starken Pressens und gegebenenfalls kurzfristige lokale Behandlungen im Vordergrund.

Sklerosierung

Bei einer Sklerosierungsbehandlung wird ein Wirkstoff in das Hämorrhoidalgewebe injiziert, um dessen Verkleinerung zu unterstützen.

Chirurgische Behandlung

Bei ausgeprägten Hämorrhoiden Grad III–IV, relevanten äusseren Komponenten oder fehlendem Ansprechen auf ambulante Verfahren kann eine operative Therapie sinnvoll sein.

Die geeignete Methode wird entsprechend dem individuellen Befund ausgewählt.

Hämorrhoiden: Alle Behandlungsmöglichkeiten

Häufige Fragen zur
    Hämorrhoiden-Gummibandligatur

Ist die Gummibandligatur schmerzhaft?

Die Behandlung erfolgt oberhalb der empfindlichen Linea dentata und ist meist gut verträglich. Druckgefühl oder Schmerzen sind dennoch möglich.

Wie lange dauert die Behandlung?

Die eigentliche Ligatur dauert meist nur wenige Minuten. Für Untersuchung und Beratung ist zusätzliche Zeit einzuplanen.

Ist eine Narkose notwendig?

Normalerweise wird eine Gummibandligatur ohne Narkose oder Sedierung durchgeführt.

Welche Hämorrhoiden können ligiert werden?

Vor allem symptomatische innere Hämorrhoiden Grad I–II und ausgewählte Fälle Grad III.

Wann fällt das Gummiband ab?

Der Ring und das abgebundene Gewebe lösen sich normalerweise nach einigen Tagen ab.

Kann es nach der Ligatur bluten?

Ja. Insbesondere beim Ablösen des Gewebes kann eine Blutung auftreten. Stärkere Blutungen müssen umgehend abgeklärt werden.

Wie viele Sitzungen sind notwendig?

 <p>Abhängig von
    Ausprägung und
    Anzahl der
    Hämorrhoidalpolster
    können mehrere
    Behandlungen
    erforderlich sein.</p>

Kann ich danach arbeiten?

Bei unkompliziertem Verlauf sind leichte Alltagsaktivitäten häufig rasch wieder möglich. Körperlich belastende Tätigkeiten sollten individuell besprochen werden.

Können Hämorrhoiden wiederkommen?

Ja. Ein erneutes Hämorrhoidalleiden ist möglich. Dauerhafte Stuhlregulation und günstiges Toilettenverhalten bleiben wichtig.

Wo kann ich Hämorrhoiden in Bern behandeln lassen?

Bei Vivomed – Gastroenterologie Bern bieten wir die proktologische Untersuchung und ambulante Gummibandligatur bei geeigneter Indikation an.

Hämorrhoiden behandeln bei Vivomed in Bern

Sie leiden unter Blutungen, analem Juckreiz, Nässen oder vorfallenden Hämorrhoiden?

Bei Vivomed bieten wir eine gezielte proktologische Untersuchung und individuell abgestimmte Behandlung an.

Wenn eine Gummibandligatur geeignet ist, kann diese ambulant und ohne klassische Operation durchgeführt werden.

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Vivomed – Gastroenterologie Bern
Waisenhausplatz 28
3011 Bern

Telefon: 031 333 32 36
E-Mail: vivomed@hin.ch

Mehr zur proktologischen Untersuchung bei Vivomed

Über den medizinischen Autor

Dr. med. Stefan H. Schlosser, MBA, FEBGH

Facharzt FMH für Gastroenterologie und Allgemeine Innere Medizin

Dr. med. Stefan H. Schlosser ist Gastroenterologe und Leiter von Vivomed – Gastroenterologie Bern.

Zu seinen klinischen Schwerpunkten gehören die diagnostische und therapeutische Endoskopie, die Abklärung anorektaler Beschwerden sowie die gastroenterologische Funktionsdiagnostik.

Bei Vivomed verbindet er die klinische Untersuchung mit einer individuell abgestimmten, möglichst schonenden Behandlung.

Medizinisch aktualisiert: Oktober 2026

Wissenschaftliche Grundlagen

  1. Hawkins AT et al. The American Society of Colon and Rectal Surgeons Clinical Practice Guidelines for the Management of Hemorrhoids. Diseases of the Colon & Rectum. 2024;67:614-623. ASCRS-Leitlinie 2024
  2. Arnold MJ, Smith D. Management of Hemorrhoids: Guidelines From the ASCRS. American Family Physician. 2025. Zusammenfassung der Empfehlungen

Diese Informationen dienen der allgemeinen medizinischen Aufklärung und ersetzen keine individuelle ärztliche Untersuchung.