Die Endobariatrie umfasst minimalinvasive endoskopische Verfahren zur Behandlung von Übergewicht und Adipositas. Im Gegensatz zu einer klassischen bariatrischen Operation erfolgen diese Behandlungen in der Regel über eine Magenspiegelung durch den Mund. Es sind daher keine Bauchschnitte erforderlich.

Ziel ist es, das Magenvolumen zu reduzieren, die Magenentleerung beziehungsweise das Sättigungsgefühl zu beeinflussen und damit eine nachhaltige Gewichtsabnahme zu unterstützen.

Bei Vivomed Gastroenterologie Bern bieten wir verschiedene endobariatrische Verfahren an und wählen die Behandlung individuell entsprechend der Ausgangssituation aus.

 
Was ist Endobariatrie?
Endobariatrische Verfahren liegen therapeutisch zwischen einer rein medikamentösen Gewichtsbehandlung und einer klassischen bariatrischen Operation wie Schlauchmagen oder Magenbypass.

Die Behandlung erfolgt endoskopisch. Über ein flexibles Endoskop können spezielle Ballons, Nahtsysteme oder andere endoskopische Techniken eingesetzt werden, um den Magen funktionell oder anatomisch zu verändern.

Endobariatrische Verfahren können insbesondere für Menschen interessant sein,

bei denen Ernährungs- und Bewegungsmassnahmen allein nicht ausreichend erfolgreich waren,
die eine operative Behandlung vermeiden möchten,
bei denen eine medikamentöse Therapie nicht gewünscht, nicht vertragen oder nicht ausreichend wirksam ist,
oder die nach einer früheren bariatrischen Operation erneut an Gewicht zugenommen haben.
Dabei ist Endobariatrie kein isolierter Eingriff, sondern idealerweise Bestandteil eines langfristigen Behandlungskonzeptes aus Ernährung, Bewegung, Verhalten, medizinischer Begleitung und – falls sinnvoll – medikamentöser Adipositastherapie.

 
Welche endobariatrischen Verfahren gibt es?
Bei Vivomed stehen abhängig von Ausgangsgewicht, Anatomie und Therapieziel unterschiedliche Verfahren zur Verfügung.

Magenballon
Beim Magenballon wird endoskopisch ein weicher Ballon in den Magen eingebracht und dort gefüllt. Durch das zusätzliche Volumen kann das Sättigungsgefühl früher eintreten und die Nahrungsmenge reduziert werden.

Der Magenballon ist insbesondere für Patientinnen und Patienten geeignet, die eine zeitlich begrenzte, nicht operative Unterstützung der Gewichtsabnahme wünschen.

Je nach Ballonsystem kann die Liegedauer unterschiedlich sein.

Vorteile eines Magenballons
keine Operation
keine dauerhafte anatomische Veränderung des Magens
vergleichsweise kurzer Eingriff
vollständig reversibel
kombinierbar mit Ernährungstherapie und gegebenenfalls medikamentöser Gewichtsbehandlung
Mehr erfahren: Magenballon in Bern

 
Endoskopische Magenverkleinerung – ESG
Die Endoscopic Sleeve Gastroplasty (ESG) ist eine endoskopische Magenverkleinerung. Dabei werden über ein spezielles endoskopisches Nahtsystem mehrere Nähte in der Magenwand gesetzt.

Dadurch wird der Magen von innen gerafft und deutlich verkleinert. Es entsteht funktionell eine schlauchförmige Magenkonfiguration, ohne dass Teile des Magens entfernt werden müssen.

Die ESG kann das Fassungsvermögen des Magens reduzieren und zu einem früheren sowie länger anhaltenden Sättigungsgefühl beitragen.

Vorteile der ESG
keine Bauchschnitte
keine Entfernung von Magenanteilen
Erhalt der natürlichen Magenpassage
geringere Invasivität als eine klassische bariatrische Operation
in ausgewählten Situationen endoskopisch revidierbar oder ergänzbar
Kombination mit moderner Adipositasmedikation möglich
Die ESG eignet sich insbesondere für Menschen, die eine stärkere und längerfristige Gewichtsreduktion als mit einem Magenballon anstreben, gleichzeitig aber eine klassische Operation möglichst vermeiden möchten.

 
POSE 2.0
POSE 2.0 steht für Primary Obesity Surgery Endoluminal. Auch hierbei wird der Magen endoskopisch von innen verkleinert.

Mit speziellen Gewebeankern werden Falten beziehungsweise Plikaturen erzeugt. Dadurch verändern sich Volumen und Funktion des Magens, ohne dass ein Bauchschnitt notwendig ist.

POSE 2.0 gehört zu den modernen endoskopischen Therapieverfahren zur Behandlung von Adipositas.

 
Endomina
Endomina ist ein endoskopisches Nahtsystem zur Magenverkleinerung. Über das Endoskop werden gezielt Nähte gesetzt, durch welche das Magenvolumen reduziert und die Magenform verändert wird.

Das Verfahren verfolgt ein ähnliches therapeutisches Prinzip wie andere Formen der endoskopischen Gastroplastik, unterscheidet sich jedoch technisch in der Art der Nahtplatzierung.

Welches Nahtsystem für eine Patientin oder einen Patienten am besten geeignet ist, hängt unter anderem von der Anatomie, dem Ausgangsgewicht und vorherigen Eingriffen ab.

 
TORe nach Magenbypass
Auch nach einer erfolgreichen bariatrischen Operation kann es Jahre später erneut zu einer Gewichtszunahme kommen.

Nach einem Roux-en-Y-Magenbypass kann beispielsweise die Verbindung zwischen Magenpouch und Dünndarm – die sogenannte gastrojejunale Anastomose – mit der Zeit weiter werden.

Mit einer Transoral Outlet Reduction (TORe) kann diese Öffnung endoskopisch wieder verkleinert werden.

Dabei wird das Gewebe vorbereitet und anschliessend mit endoskopischen Nähten oder anderen Techniken gerafft.

TORe kann insbesondere bei einer erneuten Gewichtszunahme nach Magenbypass eine Alternative zu einer erneuten chirurgischen Operation darstellen.

 
Endoskopische Revision nach früherer Magenverkleinerung
Nicht nur nach einem Magenbypass können endoskopische Revisionen sinnvoll sein.

Auch nach einer früheren

ESG, endoskopischen Magenverkleinerung oder anderen bariatrischen Eingriffen

kann untersucht werden, ob sich die ursprüngliche Magenkonfiguration verändert hat.

Je nach Befund kommen unterschiedliche Verfahren infrage, beispielsweise:

erneute endoskopische Naht beziehungsweise Redo-ESG
ergänzende Plikationen
endoskopische Gewebeablation mit anschliessender Narbenkontraktion
Kombination verschiedener endoskopischer Techniken
ergänzende medikamentöse Adipositastherapie
Vor einer Revision erfolgt zunächst eine genaue endoskopische Beurteilung der aktuellen Anatomie.

 
Endobariatrie oder Adipositasmedikamente?
Moderne Medikamente wie GLP-1- beziehungsweise GIP/GLP-1-basierte Therapien haben die Behandlung von Übergewicht und Adipositas wesentlich erweitert.

Endobariatrie und medikamentöse Therapie müssen dabei nicht als konkurrierende Verfahren betrachtet werden.

Bei bestimmten Patientinnen und Patienten kann eine Kombination sinnvoll sein.

Beispielsweise kann eine medikamentöse Behandlung vor einem endoskopischen Eingriff bereits zu einer Gewichtsabnahme führen. Umgekehrt kann nach einer endoskopischen Magenverkleinerung eine medikamentöse Therapie eingesetzt werden, wenn das Gewichtsplateau erreicht wird oder erneut eine Gewichtszunahme eintritt.

Welche Strategie sinnvoll ist, sollte individuell entschieden werden.

 
Für wen eignet sich eine endobariatrische Behandlung?
Ob eine endoskopische Gewichtsbehandlung geeignet ist, hängt nicht allein vom BMI ab.

Berücksichtigt werden unter anderem:

BMI und Ausgangsgewicht, bisherige Versuche zur Gewichtsreduktion, Begleiterkrankungen, Essverhalten, Medikamenteneinnahme, frühere Magenoperationen, Refluxerkrankungen sowie das persönliche Therapieziel.

Auch die Erwartungen an die Behandlung spielen eine wichtige Rolle.

Endobariatrie ersetzt nicht die langfristige Veränderung von Ernährung und Lebensstil. Sie kann jedoch einen entscheidenden zusätzlichen therapeutischen Impuls geben und die Umsetzung dieser Veränderungen erheblich erleichtern.

 
Wie läuft eine endobariatrische Behandlung bei Vivomed ab?
1. Erstberatung
Zu Beginn erfolgt eine ausführliche ärztliche Besprechung. Wir analysieren Gewichtsentwicklung, bisherige Therapien, Begleiterkrankungen und persönliche Ziele.

2. Auswahl des geeigneten Verfahrens
Nicht jedes Verfahren ist für jede Person gleich geeignet. Gemeinsam entscheiden wir, ob beispielsweise ein Magenballon, ESG, POSE 2.0, Endomina oder eine Revisionsbehandlung sinnvoll ist.

3. Endoskopischer Eingriff
Die Behandlung erfolgt endoskopisch über den Mund. Eine Operation über die Bauchdecke ist bei diesen Verfahren nicht erforderlich.

4. Nachbetreuung
Entscheidend für den langfristigen Erfolg ist die Nachbehandlung. Dazu gehören Ernährungsanpassung, Bewegung, Verlaufskontrollen und gegebenenfalls eine ergänzende medikamentöse Therapie.

 
Wie viel Gewicht kann man mit Endobariatrie verlieren?
Das Ausmass der Gewichtsabnahme ist individuell sehr unterschiedlich.

Es hängt unter anderem vom verwendeten Verfahren, dem Ausgangsgewicht, der Ernährung, der körperlichen Aktivität, dem Stoffwechsel und der langfristigen Mitarbeit nach der Behandlung ab.

Eine seriöse endobariatrische Beratung sollte daher kein bestimmtes Endgewicht garantieren.

Ziel ist vielmehr eine medizinisch sinnvolle und möglichst langfristige Gewichtsreduktion sowie – sofern vorhanden – eine Verbesserung adipositasassoziierter Erkrankungen und der Lebensqualität.

 
Welche Vorteile bietet die Endobariatrie?
Der wesentliche Vorteil besteht in der Kombination aus geringerer Invasivität und relevanter therapeutischer Wirkung.

Im Vergleich zu einer bariatrischen Operation sind bei vielen endobariatrischen Verfahren

keine Bauchschnitte erforderlich,
keine Entfernung von Magenanteilen notwendig,
die anatomischen Veränderungen geringer,
die Erholungszeit häufig kürzer,
und spätere Anpassungen oder Revisionen grundsätzlich leichter möglich.
Dennoch handelt es sich um medizinische Eingriffe, bei denen Komplikationen auftreten können. Nutzen und Risiken werden deshalb vor jeder Behandlung individuell besprochen.

 
Endobariatrie in Bern bei Vivomed
Vivomed Gastroenterologie Bern verbindet spezialisierte Endoskopie mit moderner Adipositastherapie.

Unser Ziel ist nicht, möglichst schnell ein bestimmtes Verfahren durchzuführen, sondern aus den verfügbaren Möglichkeiten die passende Strategie für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten auszuwählen.

Dabei können endoskopische Verfahren, Ernährungsmedizin, Lebensstilinterventionen und moderne Medikamente miteinander kombiniert werden.

 
Häufige Fragen zur Endobariatrie
Was bedeutet Endobariatrie?
Endobariatrie bezeichnet die Behandlung von Übergewicht und Adipositas mit endoskopischen Verfahren. Die Instrumente werden über den Mund in den Magen eingeführt, sodass in der Regel keine Bauchschnitte notwendig sind.

Was ist der Unterschied zwischen ESG und Schlauchmagen?
Bei einer chirurgischen Schlauchmagenoperation wird ein grosser Teil des Magens dauerhaft entfernt. Bei der ESG wird der Magen dagegen mit endoskopischen Nähten von innen verkleinert. Magengewebe wird dabei nicht entfernt.

Ist eine endoskopische Magenverkleinerung reversibel?
Endoskopische Verfahren verändern die Anatomie weniger dauerhaft als viele chirurgische Operationen. Ob und in welchem Umfang ein Verfahren reversibel oder revidierbar ist, hängt von der eingesetzten Technik und der individuellen Gewebereaktion ab.

Was ist besser: Magenballon oder ESG?
Das lässt sich nicht allgemein beantworten. Ein Magenballon ist zeitlich begrenzt und vollständig entfernbar. Eine ESG bewirkt eine ausgeprägtere strukturelle Veränderung des Magens und ist eher für eine längerfristige Therapie ausgelegt. Die Entscheidung hängt unter anderem von BMI, Therapieziel und Vorgeschichte ab.

Kann man nach einem Magenbypass endoskopisch behandelt werden?
Ja. Bei erneuter Gewichtszunahme nach einem Roux-en-Y-Magenbypass kann beispielsweise eine TORe-Behandlung infrage kommen, bei der die gastrojejunale Anastomose endoskopisch verkleinert wird.

Können Endobariatrie und Abnehmspritzen kombiniert werden?
Grundsätzlich ja. Je nach Ausgangslage kann die Kombination einer endoskopischen Therapie mit einer medikamentösen Gewichtsbehandlung sinnvoll sein. Die Entscheidung sollte individuell erfolgen.

Wo kann ich eine endobariatrische Behandlung in Bern durchführen lassen?
Vivomed Gastroenterologie Bern bietet die Abklärung und Durchführung verschiedener endobariatrischer Verfahren sowie die entsprechende Nachbetreuung an.

 
Beratung zur Endobariatrie in Bern
Sie interessieren sich für eine endoskopische Magenverkleinerung, einen Magenballon oder eine Behandlung nach früherer bariatrischer Operation?

In einem persönlichen Beratungsgespräch können wir beurteilen, welche Behandlungsmöglichkeiten für Ihre individuelle Situation infrage kommen.

Vivomed – Gastroenterologie Bern
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